Das ideale Gasgesetz einfach erklärt: Formel & Beispiele
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Hast du dich jemals gefragt, warum ein Heißluftballon fliegen kann? Wenn der Brenner die Luft im Inneren des Ballons erhitzt, dehnen sich die Gasteilchen aus und beanspruchen mehr Platz. Das Volumen des Gases ändert sich also durch die Temperatur.

In der Chemie und Physik reicht es aber nicht aus, nur zu wissen, dass sich Gase ausdehnen. Wir wollen genau berechnen können, wie viel Platz ein Gas einnimmt, wenn sich Druck oder Temperatur ändern, oder wie viel Liter Gas bei einer chemischen Reaktion im Labor entstehen. Genau dafür lernen wir nun das ideale Gasgesetz kennen.
Vorwissen
-
Stoffmenge und Molare Masse: Die Stoffmenge (in mol) berechnet sich aus der Masse und der molaren Masse .
Formel:
Beispiel: Kohlenstoff () entsprechen genau .
-
Stoffmengenverhältnisse: Die großen Zahlen (Koeffizienten) vor den Stoffen in einer Reaktionsgleichung geben an, in welchem Verhältnis die Stoffe miteinander reagieren.
Beispiel: Bei der Reaktion reagieren genau doppelt so viele Mol Wasserstoff wie Sauerstoff.
Aufgabentyp 1: Anwendung des idealen Gasgesetzes und der Kelvin-Skala
Um das Verhalten von Gasen zu berechnen, müssen wir zuerst die richtige Temperaturskala verwenden. In der Wissenschaft nutzen wir die Kelvin-Skala (K). Der absolute Nullpunkt, also die kältestmögliche Temperatur im Universum, liegt bei . Das entspricht genau .
Um von Celsius in Kelvin umzurechnen, addieren wir einfach :
(Hinweis: Ein Temperaturunterschied von ist exakt dasselbe wie ein Unterschied von . Nur der Startpunkt der Skalen ist verschoben.)
Das Verhalten eines Gases wird durch vier Eigenschaften bestimmt, die im idealen Gasgesetz zusammengefasst sind:
- : Druck in Hektopascal (hPa)
- : Volumen in Litern (l)
- : Stoffmenge in Mol (mol)
- : Universelle Gaskonstante ()
- : Temperatur in Kelvin (K)

Wenn wir ein Gas in einem Behälter einschließen (die Stoffmenge bleibt also gleich) und es erhitzen oder zusammenpressen, ändert sich sein Zustand. Für solche Zustandsänderungen nutzen wir das kombinierte Gasgesetz:
Die linke Seite beschreibt den Zustand vor der Änderung (Zustand 1), die rechte Seite den Zustand danach (Zustand 2).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
In einem Zylinder befinden sich Wasserstoffgas bei Standardbedingungen (, ). Das Gas wird nun auf erhitzt und gleichzeitig auf einen Druck von komprimiert. Berechne das neue Volumen des Gases.
- Schritt 1Temperaturen in Kelvin umrechnen
- Schritt 2Kombiniertes Gasgesetz umstellen
Da sich die Gasmenge nicht ändert, nutzen wir das kombinierte Gasgesetz: Wir suchen . Dazu multiplizieren wir beide Seiten mit und teilen durch :
- Schritt 3 · ErgebnisWerte einsetzen und berechnen
Das neue Volumen beträgt etwa . Das macht physikalisch Sinn, da die Verdopplung des Drucks das Gas stark zusammendrückt, auch wenn die Erwärmung es leicht ausdehnt.
Aufgabentyp 2: Berechnung von Gasvolumina bei chemischen Reaktionen
In vielen chemischen Reaktionen entstehen Gase als Produkte oder werden als Edukte verbraucht. Oft kennen wir die Masse eines festen Ausgangsstoffes und wollen wissen, wie viel Liter Gas am Ende entstehen.
⚠️ Sicherheitshinweis: Wenn Metalle wie Magnesium mit Säuren reagieren, entsteht Wasserstoffgas. Dieses Gas ist hochentzündlich und kann mit Luftsauerstoff explosive Gemische (Knallgas) bilden. Solche Versuche dürfen nur unter dem Abzug und mit Schutzbrille durchgeführt werden. Offene Flammen sind streng verboten!
Um das Volumen des entstehenden Gases zu berechnen, nutzen wir die Stoffmenge () als Brücke. Aus der Reaktionsgleichung können wir ablesen, wie viele Mol des Gases aus einer bestimmten Menge des Feststoffs entstehen. Sobald wir die Stoffmenge des Gases kennen, können wir das ideale Gasgesetz nutzen, um das Volumen bei der aktuellen Raumtemperatur und dem aktuellen Luftdruck zu berechnen.

Ein Mol eines jeden idealen Gases nimmt bei Standardbedingungen ( und ) übrigens immer ein Volumen von etwa ein. Dies nennt man das molare Volumen ().
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Stoffmenge berechnen: Nutze die gegebene Masse und die molare Masse aus dem Periodensystem, um die Stoffmenge zu berechnen: .
- Stoffmengenverhältnis anwenden: Lies aus der Reaktionsgleichung ab, in welchem Verhältnis der bekannte Stoff und das gesuchte Gas stehen. Berechne damit die Stoffmenge des Gases.
- Temperatur umrechnen: Falls die Temperatur in Celsius gegeben ist, addiere , um die absolute Temperatur in Kelvin zu erhalten.
- Gasgesetz anwenden: Stelle das ideale Gasgesetz nach dem Volumen um () und setze alle Werte ein. Achte darauf, dass der Druck in hPa angegeben ist.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Im Labor reagieren Magnesium (Mg) vollständig mit verdünnter Salzsäure. Dabei entsteht Wasserstoffgas (). Die Raumtemperatur beträgt und der Luftdruck liegt bei . Berechne das Volumen des entstandenen Wasserstoffgases in Litern. Reaktionsgleichung:
- Schritt 1Stoffmenge des bekannten Stoffes berechnen
Wir berechnen die Stoffmenge des eingesetzten Magnesiums. Die molare Masse von Magnesium ist .
- Schritt 2Stoffmengenverhältnis anwenden
Aus der Reaktionsgleichung lesen wir ab: Vor und vor steht keine Zahl (was einer entspricht). Das Verhältnis ist also . Magnesium bildet genau Wasserstoffgas. Daher gilt: .
- Schritt 3Temperatur in Kelvin umrechnen
- Schritt 4 · ErgebnisIdeales Gasgesetz anwenden
Wir stellen das ideale Gasgesetz nach dem Volumen um: Nun setzen wir alle Werte ein:
Es entstehen etwa Wasserstoffgas.
Wichtige Erkenntnisse
- Kelvin-Skala: Rechne für Gasgesetze immer in Kelvin! ().
- Ideales Gasgesetz: verknüpft Druck, Volumen, Stoffmenge und Temperatur.
- Kombiniertes Gasgesetz: nutzt man, wenn ein eingeschlossenes Gas seinen Zustand ändert.
- Reaktionsberechnungen: Berechne immer zuerst die Stoffmenge (in mol) aus der Reaktionsgleichung, bevor du das Gasgesetz anwendest.
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Häufige Fragen
Was ist das ideale Gasgesetz?
Das ideale Gasgesetz ist eine grundlegende physikalische Zustandsgleichung in der Chemie und Physik. Es beschreibt den genauen Zusammenhang zwischen dem Druck p, dem Volumen V, der absoluten Temperatur T und der Stoffmenge n eines idealen Gases. Die zugehörige Formel lautet p · V = n · R · T, wobei R für die universelle Gaskonstante steht. Mit diesem Gesetz kannst du berechnen, wie sich Gase unter verschiedenen Bedingungen verhalten.
Wie rechnet man Celsius in Kelvin um?
Um eine Temperatur von Grad Celsius in die wissenschaftliche Kelvin-Skala umzurechnen, addierst du exakt den Wert 273,15 zur Celsius-Temperatur. Die einfache Formel lautet: T = °C + 273,15. Für alle Berechnungen mit dem idealen oder kombinierten Gasgesetz musst du zwingend in Kelvin rechnen. Der Grund dafür ist, dass die Kelvin-Skala beim absoluten Nullpunkt (0 K) beginnt und es somit keine negativen Temperaturen gibt, die die Formeln verfälschen würden.
Wann benutzt man das kombinierte Gasgesetz?
Das kombinierte Gasgesetz kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Gas in einem geschlossenen System seinen Zustand ändert. Das bedeutet, die Stoffmenge des Gases bleibt konstant, während sich Druck, Volumen oder Temperatur verändern. Mit der Gleichung (p₁ · V₁) / T₁ = (p₂ · V₂) / T₂ kannst du ganz einfach den Zustand nach der Änderung (Zustand 2) berechnen, wenn dir die Werte vor der Änderung (Zustand 1) bekannt sind.
Wie berechne ich das Gasvolumen bei einer chemischen Reaktion?
Um das Volumen eines Gases bei einer Reaktion zu berechnen, nutzt du die Stoffmenge als Brücke. Zuerst berechnest du die Stoffmenge des bekannten festen oder flüssigen Ausgangsstoffes. Über das Stoffmengenverhältnis der Reaktionsgleichung ermittelst du dann die genaue Stoffmenge des entstehenden Gases in Mol. Setze diesen Wert abschließend in das nach dem Volumen umgestellte ideale Gasgesetz V = (n · R · T) / p ein. Achte dabei darauf, dass die Temperatur in Kelvin und der Druck in hPa angegeben sind.
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