Das Donator-Akzeptor-Prinzip einfach erklärt: Säure-Base & Redox
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Wusstest du, dass der Akku in deinem Smartphone und die Verdauung in deinem Magen eine Gemeinsamkeit haben? Beide basieren auf einem simplen chemischen Konzept: dem Donator-Akzeptor-Prinzip, bei dem Teilchen wie bei einem Ballspiel geworfen und gefangen werden!

In dieser Lektion werden wir entdecken, wie Säure-Base-Reaktionen und Redoxreaktionen genau nach diesem Muster ablaufen. Viele chemische Reaktionen funktionieren wie ein Ballspiel: Ein Teilchen wirft einen „Ball“, ein anderes fängt ihn auf. In der Chemie nennen wir den Werfer Donator (Spender) und den Fänger Akzeptor (Empfänger).

Dieses Prinzip verbindet zwei große Arten von Reaktionen:
- Säure-Base-Reaktionen: Hier ist der „Ball“ ein Proton (). Eine Säure ist der Protonendonator (sie gibt ab). Eine Base ist der Protonenakzeptor (sie nimmt auf).
- Redoxreaktionen: Hier ist der „Ball“ ein Elektron (). Ein Reduktionsmittel ist der Elektronendonator (es gibt ab). Ein Oxidationsmittel ist der Elektronenakzeptor (es nimmt auf).
Vorwissen
- Protonen und Elektronen: Protonen () sind positiv geladene Wasserstoffionen. Elektronen () sind negativ geladene Elementarteilchen. Beispiel: Ein Wasserstoffatom ohne sein Elektron ist ein Proton ().
- pH-Wert: Ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Beispiel: Reines Wasser hat einen neutralen pH-Wert von 7.
- Oxidation und Reduktion: Oxidation bedeutet Elektronenabgabe, Reduktion bedeutet Elektronenaufnahme. Beispiel: Wenn Eisen rostet, gibt es Elektronen ab (Oxidation).
Aufgabentyp 1: pH-Wert eines Puffers berechnen
Um das Donator-Akzeptor-Prinzip bei Säure-Base-Reaktionen anzuwenden, betrachten wir korrespondierende Paare. Wenn eine Säure () ihr Proton abgibt, verschwindet sie nicht einfach. Sie verwandelt sich in eine Base (), weil sie nun theoretisch wieder ein Proton aufnehmen könnte. Diese beiden bilden ein korrespondierendes Säure-Base-Paar.
Um vorherzusagen, in welche Richtung eine Reaktion abläuft, schauen wir uns den -Wert an. Er gibt die Säurestärke an:
- Je kleiner der -Wert, desto stärker ist die Säure (sie wirft das Proton sehr gerne weg).
- Eine sehr starke Säure wird nach der Abgabe zu einer sehr schwachen Base (sie will das Proton nicht zurück).
Wenn wir eine Lösung haben, in der sowohl die Säure als auch ihre korrespondierende Base schwimmen (ein sogenannter Puffer), können wir den pH-Wert mit der Henderson-Hasselbalch-Gleichung berechnen:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Finde den -Wert der Säure sowie die Konzentrationen der Base () und der Säure () in .
- Setze die Werte in die Henderson-Hasselbalch-Gleichung ein.
- Berechne zuerst den Bruch, ziehe dann den Logarithmus () und addiere das Ergebnis zum -Wert.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Pufferlösung enthält Essigsäure () mit einer Konzentration von und Acetat () mit einer Konzentration von . Der -Wert von Essigsäure beträgt . Berechne den pH-Wert der Lösung.
- Schritt 1Werte identifizieren
- Schritt 2In die Henderson-Hasselbalch-Gleichung einsetzen
- Schritt 3 · ErgebnisLogarithmus berechnen und addieren
Der Bruch ergibt . Der Logarithmus von ist ().
Der pH-Wert der Lösung beträgt . Da wir exakt gleich viel Säure wie Base haben, ist das Verhältnis ausgeglichen. Es macht physikalisch Sinn, dass der pH-Wert in diesem Fall exakt dem -Wert entspricht.
Quiz zu Das Donator: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Das Donator und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Das Donator
Was ist das übertragene Teilchen bei einer Säure-Base-Reaktion?
Quizfrage 2 zu Das Donator
Nur mit AccountWie verhält sich die Stärke einer Säure in Bezug auf ihren -Wert?
Übungsaufgabe zu Das Donator
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Redoxpotenzial berechnen
Auch bei Redoxreaktionen zeigt sich das Donator-Akzeptor-Prinzip in Form von Paaren. Genau wie bei den Säuren gibt es auch bei Redoxreaktionen Paare. Wenn ein Reduktionsmittel () ein Elektron abgibt, wird es zu einem Oxidationsmittel (). Sie bilden ein korrespondierendes Redoxpaar.
Die Stärke eines Reduktionsmittels messen wir mit dem Standardpotenzial () in Volt (). Man kann sich das wie einen „Elektronendruck“ vorstellen:
- Je negativer das Standardpotenzial , desto stärker ist das Reduktionsmittel (es drückt die Elektronen stark von sich weg).
Wenn die Konzentrationen in der Lösung nicht dem Standard entsprechen, ändert sich dieser Druck. Das tatsächliche Redoxpotenzial berechnen wir mit der Nernst-Gleichung:
Hierbei ist die Anzahl der übertragenen Elektronen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Finde das Standardpotenzial , die Anzahl der übertragenen Elektronen und die Konzentrationen von und . (Hinweis: Für feste Metalle setzen wir in der Formel für einfach den Wert ein).
- Setze alle Werte in die Nernst-Gleichung ein.
- Berechne den Logarithmus-Teil, multipliziere ihn mit dem Bruch und addiere das Ergebnis zu .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bei der Reaktion werden Elektronen übertragen. Das Standardpotenzial ist . Die Konzentration der Zinkionen () beträgt . Berechne das tatsächliche Redoxpotenzial der Zink-Halbzelle.
- Schritt 1Werte identifizieren
(da Zink ein festes Metall ist)
- Schritt 2In die Nernst-Gleichung einsetzen
- Schritt 3 · ErgebnisAusrechnen
Das Redoxpotenzial beträgt . Da die Konzentration der Zinkionen kleiner als im Standardzustand ist, drängt das feste Zink noch stärker darauf, in Lösung zu gehen. Es macht physikalisch Sinn, dass das Potenzial dadurch noch negativer wird als das Standardpotenzial.
Aufgabentyp 3: Elektrochemische Energieerzeugung (Galvanische Zellen)
Das Donator-Akzeptor-Prinzip lässt sich auch technisch nutzen. Wenn wir ein Reduktionsmittel und ein Oxidationsmittel einfach in einem Becherglas mischen, werden die Elektronen direkt übergeben. Die Energie verpufft oft ungenutzt als Wärme.
Der Trick der elektrochemischen Stromerzeugung (wie in Batterien) ist die räumliche Trennung: Wir packen den Elektronendonator und den Elektronenakzeptor in zwei verschiedene Bechergläser. Wenn wir sie nun mit einem Kabel verbinden, müssen die Elektronen durch das Kabel wandern, um zum Akzeptor zu gelangen. Fließende Elektronen sind nichts anderes als elektrischer Strom!
Die Spannung (in Volt), die dabei entsteht, hängt von der Differenz der Standardpotenziale ab. Je weiter die beiden Redoxpaare in der Spannungsreihe auseinanderliegen (also je größer der Unterschied in ihrem „Elektronendruck“ ist), desto höher ist die erzeugte Spannung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Fülle das erste Becherglas mit Zinksulfat-Lösung und stelle das Zinkblech hinein.
- Fülle das zweite Becherglas mit Kupfersulfat-Lösung und stelle das Kupferblech hinein.
- Verbinde beide Lösungen mit der Salzbrücke.
- Schließe die Kabel an die Bleche an und verbinde sie mit dem Voltmeter.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Baue ein Daniell-Element zur Stromerzeugung durch die räumliche Trennung einer Redoxreaktion auf und werte die Beobachtung aus.

- Schritt 1 · ErgebnisBeobachtung auswerten
Das Voltmeter zeigt sofort eine Spannung von etwa an. Nach einigen Stunden wird das Zinkblech sichtbar dünner und am Kupferblech lagert sich eine rötliche, feste Schicht ab.
Zink hat ein negativeres Standardpotenzial als Kupfer. Es ist das stärkere Reduktionsmittel und gibt Elektronen ab (Oxidation). Diese Elektronen fließen durch das Kabel zum Kupferblech, wo die Kupferionen aus der Lösung sie aufnehmen und zu festem Kupfer werden (Reduktion). Die Salzbrücke schließt den Stromkreis, indem sie Ionen wandern lässt.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Donator-Akzeptor-Prinzip beschreibt die Übergabe von Teilchen: Protonen bei Säure-Base-Reaktionen und Elektronen bei Redoxreaktionen.
- Starke Säuren haben kleine -Werte und bilden schwache korrespondierende Basen.
- Starke Reduktionsmittel haben negative Standardpotenziale () und drücken Elektronen stark weg.
- Batterien (Galvanische Zellen) erzeugen Strom, indem sie die Elektronenabgabe und -aufnahme räumlich trennen, sodass Elektronen durch ein Kabel fließen müssen.
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Häufige Fragen
Was ist das Donator-Akzeptor-Prinzip?
Das Donator-Akzeptor-Prinzip beschreibt chemische Reaktionen, bei denen ein Teilchen (der Donator) etwas abgibt und ein anderes Teilchen (der Akzeptor) dieses aufnimmt. Bei Säure-Base-Reaktionen werden Protonen übertragen, bei Redoxreaktionen sind es Elektronen.
Was ist der Unterschied zwischen Säure-Base- und Redoxreaktionen?
Der Hauptunterschied liegt in dem übertragenen Teilchen. Bei Säure-Base-Reaktionen fungiert eine Säure als Protonendonator und gibt ein Proton (H⁺) an eine Base ab. Bei Redoxreaktionen gibt ein Reduktionsmittel als Elektronendonator ein Elektron (e⁻) an ein Oxidationsmittel ab.
Wie berechnet man den pH-Wert eines Puffers?
Den pH-Wert einer Pufferlösung berechnest du mit der Henderson-Hasselbalch-Gleichung: pH = pK_s + lg(c(A⁻) / c(HA)). Du benötigst dafür den pK_s-Wert der Säure sowie die Konzentrationen der Säure und ihrer korrespondierenden Base.
Wofür braucht man die Nernst-Gleichung?
Mit der Nernst-Gleichung berechnest du das tatsächliche Redoxpotenzial einer Halbzelle, wenn die Konzentrationen nicht dem Standardzustand entsprechen. Sie berücksichtigt das Standardpotenzial, die Anzahl der übertragenen Elektronen und das Konzentrationsverhältnis von oxidierter zu reduzierter Form.
Wie funktioniert eine galvanische Zelle?
Eine galvanische Zelle (wie eine Batterie) erzeugt Strom durch die räumliche Trennung einer Redoxreaktion. Elektronendonator und -akzeptor befinden sich in zwei verbundenen Halbzellen. Die Elektronen müssen durch ein Kabel fließen, wodurch nutzbarer elektrischer Strom entsteht.
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