Chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink erklärt

Lerne Schritt für Schritt, wie die chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink funktioniert. Vom Rösten der Zinkblende bis zur Elektrolyse.

📅 Aktualisiert 2. September 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink erklärt

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Hast du dich schon einmal gefragt, warum manche Schrauben draußen im Regen jahrelang nicht rosten? Das Geheimnis ist oft eine hauchdünne Schicht aus Zink. Die chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink ist enorm wichtig für unsere Industrie, um dieses Metall nutzbar zu machen.

Verzinkte Schrauben als Rostschutz
Verzinkte Schrauben als Rostschutz

Das Problem: In der Natur finden wir Zink nicht als glänzendes Metallblech, sondern versteckt in festem Gestein, dem sogenannten Zinkerz. In dieser Lektion schauen wir uns an, mit welchen chemischen Tricks die Industrie das Zink aus dem Stein befreit, es in einer Flüssigkeit auflöst und schließlich mit Hilfe von Strom als reines Metall zurückgewinnt.

Vorwissen

  • Redoxreaktionen: Reaktionen, bei denen Elektronen übertragen werden. Oxidation ist die Abgabe, Reduktion die Aufnahme von Elektronen. Beispiel: Ein Kupfer-Ion nimmt zwei Elektronen auf und wird zu festem Kupfer: Cu2++2eCu\text{Cu}^{2+} + 2\text{e}^- \to \text{Cu}.
  • Elektrolyse: Ein Prozess, bei dem elektrische Energie genutzt wird, um eine chemische Reaktion (Redoxreaktion) zu erzwingen, die sonst nicht freiwillig ablaufen würde. Beispiel: Durch Anlegen einer Spannung wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten.

Aufgabentyp 1: Der Prozess der Zinkgewinnung

Der wichtigste Rohstoff für die Zinkgewinnung ist die Zinkblende. Chemisch gesehen ist das Zinksulfid (ZnS\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}\textcolor{#53E5D6}{\text{S}}). Da dieser Stein fest ist und sich nicht in Wasser löst, können wir ihn nicht direkt für eine Elektrolyse verwenden. Wir müssen ihn erst in eine flüssige Form bringen. Das passiert in zwei Schritten:

Schritt 1: Das Rösten

Zuerst wird die Zinkblende in großen Öfen bei starker Hitze mit Sauerstoff (O2\text{O}_2) verbrannt. Diesen Vorgang nennt man Rösten. Dabei verbindet sich das Zink mit dem Sauerstoff zu Zinkoxid (ZnO\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}\text{O}). Der Schwefel entweicht als Schwefeldioxid-Gas (SO2\textcolor{#53E5D6}{\text{S}}\text{O}_2).

2ZnS+3O22ZnO+2SO22 \textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}\textcolor{#53E5D6}{\text{S}} + 3 \text{O}_2 \to 2 \textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}\text{O} + 2 \textcolor{#53E5D6}{\text{S}}\text{O}_2

[Praxis-Tipp]: Das giftige SO2\text{SO}_2-Gas wird in der Industrie nicht einfach in die Luft geblasen, sondern aufgefangen und zur Herstellung von Schwefelsäure wiederverwendet!

Schritt 2: Das Lösen

Das entstandene Zinkoxid ist immer noch ein fester Stoff und wasserunlöslich. Für eine Elektrolyse brauchen wir aber frei bewegliche Ionen. Deshalb wird das Zinkoxid nun mit Schwefelsäure (H2SO4\text{H}_2\text{SO}_4) übergossen. Die Säure löst das feste Oxid auf und es entsteht eine wässrige Zinksulfatlösung.

ZnO+H2SO4Zn2++SO42+H2O\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}\text{O} + \text{H}_2\text{SO}_4 \to \textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}} + \text{SO}_4^{2-} + \text{H}_2\text{O}

Zinkoxid wird in Schwefelsäure gelöst
Zinkoxid wird in Schwefelsäure gelöst

Jetzt haben wir unser Ziel erreicht: Das Zink schwimmt als positiv geladenes Ion (Zn2+\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}}) frei in der Lösung herum und ist bereit für die Elektrolyse.

Nachdem wir nun eine Lösung mit frei beweglichen Zn2+\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}}-Ionen haben, müssen wir diese Ionen wieder in festes, neutrales Metall verwandeln. Das geschieht durch die Elektrolyse.

In großen industriellen Becken wird eine elektrische Spannung von etwa 3,5 V3,5 \text{ V} angelegt. Als Elektroden verwendet man spezielle Materialien:

  • Minuspol (Kathode): Hierfür werden Aluminiumbleche verwendet.
  • Pluspol (Anode): Hierfür nutzt man Bleielektroden.

Da die Zink-Ionen positiv geladen sind, werden sie magisch vom Minuspol (dem Aluminiumblech) angezogen. Dort passiert die entscheidende chemische Reaktion: Die Ionen nehmen Elektronen (e\text{e}^-) auf und werden zu festem, elementarem Zink reduziert.

Reaktion am Minuspol (Kathode): Zn2++2eZn\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}} + 2\text{e}^- \to \textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}

Elektrolyse von Zink an Kathode
Elektrolyse von Zink an Kathode

Das hochreine Zink scheidet sich als dicke Schicht auf den Aluminiumblechen ab. Später werden diese Bleche aus dem Becken gehoben und das Zink wird einfach mechanisch abgekratzt oder abgezogen.

Wirtschaftliche Bedeutung: Dieses Verfahren ist extrem wichtig. Unglaubliche 80%80 \,\% des weltweiten Zinkbedarfs werden genau durch diese Elektrolyse einer Zinksulfatlösung gedeckt!

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn du in einer Prüfung den industriellen Prozess der Zinkgewinnung beschreiben sollst, gehe immer diese drei Schritte durch:

  1. Erhitze die Zinkblende: Röste das Zinksulfid mit Sauerstoff, sodass festes Zinkoxid und Schwefeldioxid entstehen.
  2. Löse das Zinkoxid: Gib Schwefelsäure hinzu, um das Oxid aufzulösen und frei bewegliche Zink-Ionen zu erhalten.
  3. Führe die Elektrolyse durch: Lege eine Spannung von 3,5 V an, damit die Zink-Ionen an der Kathode zu reinem Zink reduziert werden.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Industrieunternehmen hat Zinkblende erfolgreich zu Zinkoxid geröstet. Stelle die Reaktionsgleichung für den nächsten Schritt (das Lösen in Schwefelsäure) auf und erkläre in einem Satz, warum dieser Schritt zwingend notwendig ist, bevor der Strom für die Elektrolyse eingeschaltet werden kann.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Reaktionsgleichung aufstellen

    Zinkoxid (ZnO\text{ZnO}) reagiert mit Schwefelsäure (H2SO4\text{H}_2\text{SO}_4). Dabei entstehen Zink-Ionen, Sulfat-Ionen und Wasser: ZnO+H2SO4Zn2++SO42+H2O\text{ZnO} + \text{H}_2\text{SO}_4 \to \text{Zn}^{2+} + \text{SO}_4^{2-} + \text{H}_2\text{O}

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Begründung formulieren

    Dieser Schritt ist zwingend notwendig, da das feste Zinkoxid den elektrischen Strom nicht leitet; erst durch das Auflösen in der Säure entstehen frei bewegliche Ionen (Zn2+\text{Zn}^{2+}), die bei der Elektrolyse zu den Elektroden wandern können.

Ergebnis:

Die Reaktionsgleichung lautet ZnO+H2SO4Zn2++SO42+H2O\text{ZnO} + \text{H}_2\text{SO}_4 \to \text{Zn}^{2+} + \text{SO}_4^{2-} + \text{H}_2\text{O}. Das Lösen ist nötig, um frei bewegliche Ionen für die Stromleitung zu erzeugen.


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Was passiert bei einer Oxidation während einer Redoxreaktion?

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Was ist das eigentliche Problem bei der Zinkgewinnung aus der Natur?

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Wichtige Erkenntnisse

  • Rösten: Zinkblende (ZnS\text{ZnS}) wird mit Sauerstoff zu wasserunlöslichem Zinkoxid (ZnO\text{ZnO}) verbrannt.
  • Lösen: Zinkoxid wird in Schwefelsäure gelöst, um eine Lösung mit beweglichen Zn2+\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}}-Ionen zu erhalten.
  • Elektrolyse: Bei ca. 3,5 V3,5 \text{ V} wandern die Zn2+\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}}-Ionen zur Aluminium-Kathode (Minuspol).
  • Reduktion: An der Kathode nehmen die Ionen Elektronen auf und werden zu reinem Zink: Zn2++2eZn\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}} + 2\text{e}^- \to \textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}}.

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Häufige Fragen

Was ist die chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink?

Die chemische und elektrolytische Gewinnung von Zink ist ein mehrstufiger industrieller Prozess, um reines Zink aus natürlichem Zinkerz (der sogenannten Zinkblende) zu gewinnen. Da das Zink in der Natur fest im Gestein gebunden ist, wird das Erz zunächst chemisch durch Rösten und anschließendes Lösen in Schwefelsäure in eine flüssige Zinksulfatlösung umgewandelt. Aus dieser Lösung wird dann im letzten Schritt durch Elektrolyse das reine Zinkmetall abgeschieden.

Warum muss Zinkblende vor der Elektrolyse geröstet werden?

Zinkblende, chemisch als Zinksulfid bekannt, ist ein extrem harter, fester Stein und komplett wasserunlöslich. Für eine erfolgreiche Elektrolyse benötigt man jedoch eine leitfähige Flüssigkeit mit frei beweglichen Ionen. Durch das Rösten bei starker Hitze mit Sauerstoff wird das Zinksulfid in Zinkoxid umgewandelt. Dieses Zinkoxid lässt sich anschließend problemlos in Schwefelsäure lösen, wodurch die für die Elektrolyse zwingend notwendigen, frei beweglichen Zink-Ionen entstehen.

Welche Reaktionen finden bei der Elektrolyse von Zinksulfat statt?

Bei der Elektrolyse wird eine Spannung von etwa 3,5 Volt an die Zinksulfatlösung angelegt. Die positiv geladenen Zink-Ionen (Zn²⁺) werden dabei magisch von der negativ geladenen Kathode, die meist aus Aluminium besteht, angezogen. Dort findet eine Reduktion statt: Die Ionen nehmen Elektronen auf und scheiden sich als hochreines, festes Zinkmetall direkt auf dem Aluminiumblech ab. Die Reaktionsgleichung lautet: Zn²⁺ + 2e⁻ → Zn.

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