Chemie und Synthese der Phosphorsäure einfach erklärt
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Hast du dich schon einmal gefragt, was Cola ihren leicht säuerlichen Geschmack verleiht oder wie man hartnäckigen Rost von altem Metall entfernt? Die Antwort ist in beiden Fällen dieselbe: die Chemie und Synthese der Phosphorsäure!

In dieser Lektion werden wir uns ansehen, was diese besondere Säure ausmacht, wie sie im Wasser reagiert und wie sie in der Industrie hergestellt wird.
Vorwissen
- Säuren: Stoffe, die Wasserstoffionen (Protonen, ) abgeben können. Beispiel: Salzsäure () gibt in Wasser ein Proton ab und bildet .
- Exotherme Reaktionen: Chemische Reaktionen, bei denen Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Beispiel: Das Verbrennen von Holz ist eine exotherme Reaktion, weil es spürbar heiß wird.
Aufgabentyp 1: Dissoziationsgleichungen der Phosphorsäure aufstellen
Um die Chemie und Synthese der Phosphorsäure zu verstehen, betrachten wir zunächst ihre Eigenschaften. Reine Phosphorsäure ist bei Raumtemperatur tatsächlich ein Feststoff (sie schmilzt bei ). In der Chemie verwenden wir sie jedoch meistens als wässrige Lösung. Wenn sie zu in Wasser gelöst ist, bildet sie eine farblose, ölige Flüssigkeit, die wir als „konzentrierte Phosphorsäure“ bezeichnen.

Phosphorsäure () ist eine sogenannte mehrprotonige Säure. Das bedeutet, sie hat mehrere Wasserstoffionen (Protonen), die sie abgeben kann – in diesem Fall genau drei.
Wenn Phosphorsäure mit Wasser reagiert, gibt sie diese Protonen nicht alle auf einmal ab, sondern nacheinander in Stufen. Dabei entstehen -Ionen (die die Lösung sauer machen) und drei verschiedene negativ geladene Reste (Anionen):
- 1. Stufe: Es entsteht Dihydrogenphosphat ().
- 2. Stufe: Es entsteht Hydrogenphosphat ().
- 3. Stufe: Es entsteht Phosphat ().
In der Lösung finden wir hauptsächlich das Dihydrogenphosphat. Warum? Weil es für die Säure immer schwerer wird, ein positiv geladenes Proton von einem Teilchen abzuspalten, das bereits negativ geladen ist. Daher sind die Konzentrationen der mehrfach geladenen Anionen (Hydrogenphosphat und Phosphat) in der Lösung sehr gering.
Wie wird Phosphorsäure hergestellt? Der Ausgangsstoff ist elementarer Phosphor. Wenn man diesen verbrennt, entsteht ein weißer Feststoff namens Tetraphosphordecaoxid ().
Gibt man zu diesem Feststoff Wasser, findet eine heftige, exotherme Reaktion statt – das bedeutet, die Mischung wird sehr heiß. Dabei entsteht die Phosphorsäure.

Die Reaktionsgleichung für diese Synthese lautet:
Obwohl das Wort „Säure“ oft gefährlich klingt, ist Phosphorsäure in verdünnter Form ungiftig. Sie begegnet uns oft im Alltag:
- In Lebensmitteln: Als Säuerungsmittel in Erfrischungsgetränken (wie Cola) sorgt sie für den typischen Geschmack.
- Im Handwerk: Sie wird als Rostumwandler eingesetzt, um rostiges Eisen wieder nutzbar zu machen.
- In der Landwirtschaft: Sie ist ein extrem wichtiger Grundstoff für die Herstellung von Düngemitteln.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn eine mehrprotonige Säure in Wasser reagiert, spaltet sie ihre Protonen () stufenweise ab.
- Das erste Proton abspalten: Lasse das Ausgangsmolekül mit Wasser () reagieren. Übertrage genau ein auf das Wasser. Das Wasser wird zu . Der Rest der Säure hat nun ein H-Atom weniger und bekommt eine negative Ladung ().
- Das zweite Proton abspalten: Nimm das negativ geladene Produkt aus Schritt 1 und lasse es wieder mit Wasser reagieren. Übertrage wieder ein . Die negative Ladung des Restes erhöht sich auf .
- Weitere Protonen abspalten: Wiederhole den Vorgang mit dem Produkt aus Schritt 2, bis alle abspaltbaren H-Atome verbraucht sind. Die Ladung wird mit jedem Schritt um negativer.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Schreibe die Reaktionsgleichungen für die vollständige, dreistufige Dissoziation von Phosphorsäure () in Wasser auf.
- Schritt 1Das erste Proton abspalten
Die Phosphorsäure gibt ein Proton an das Wasser ab. Es entsteht Dihydrogenphosphat:

Dissoziation erstes Proton - Schritt 2Das zweite Proton abspalten
Das Dihydrogenphosphat gibt ein weiteres Proton ab. Es entsteht Hydrogenphosphat:
- Schritt 3 · ErgebnisDas dritte Proton abspalten
Das Hydrogenphosphat gibt das letzte Proton ab. Es entsteht das Phosphat-Ion:
Die Phosphorsäure dissoziiert in drei Stufen zu Dihydrogenphosphat, Hydrogenphosphat und schließlich zu Phosphat.
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Quizfrage 1 zu Chemie und Synthese der Phosphorsäure
In welchem Aggregatzustand liegt reine Phosphorsäure bei Raumtemperatur vor?
Quizfrage 2 zu Chemie und Synthese der Phosphorsäure
Nur mit AccountWofür wird verdünnte Phosphorsäure im handwerklichen Bereich eingesetzt?
Übungsaufgabe zu Chemie und Synthese der Phosphorsäure
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Reine Phosphorsäure ist ein Feststoff, als 85-prozentige Lösung ist sie eine ölige Flüssigkeit.
- Sie ist eine mehrprotonige Säure und spaltet im Wasser stufenweise bis zu drei -Ionen ab.
- Die Konzentration der stark negativ geladenen Ionen ( und ) ist in der Lösung sehr gering.
- Die Synthese erfolgt durch die exotherme Reaktion von Tetraphosphordecaoxid () mit Wasser.
- Sie wird im Alltag in Cola, als Rostumwandler und für Düngemittel verwendet.
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Häufige Fragen
Was ist die Chemie und Synthese der Phosphorsäure?
Die Chemie und Synthese der Phosphorsäure befasst sich mit den Eigenschaften und der Herstellung dieser wichtigen Säure. Phosphorsäure ist eine mehrprotonige Säure, die in der Industrie durch die Reaktion von Tetraphosphordecaoxid mit Wasser synthetisiert wird. Im Alltag begegnet sie uns als Säuerungsmittel in Cola oder als Rostumwandler.
Wie funktioniert die Dissoziation von Phosphorsäure?
Phosphorsäure (H₃PO₄) ist eine dreiprotonige Säure. Das bedeutet, sie gibt in wässriger Lösung ihre Wasserstoffionen (Protonen) nicht auf einmal, sondern in drei Stufen ab. Dabei entstehen nacheinander Dihydrogenphosphat, Hydrogenphosphat und schließlich das Phosphat-Ion. Mit jeder Stufe wird es schwerer, ein weiteres Proton abzuspalten.
Wie wird Phosphorsäure hergestellt?
Die Herstellung erfolgt meist aus elementarem Phosphor. Dieser wird zunächst verbrannt, wodurch Tetraphosphordecaoxid (P₄O₁₀) entsteht. Gibt man Wasser zu diesem weißen Feststoff, kommt es zu einer stark exothermen Reaktion, bei der schließlich die Phosphorsäure gebildet wird.
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