Brønsted-Lowry-Säure-Base-Konzept einfach erklärt: Gleichgewichte
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum Essig sauer schmeckt oder warum Seife sich auf der Haut glitschig anfühlt? Das Geheimnis liegt in winzigen Teilchen, die ständig hin und her geworfen werden – wie bei einem unsichtbaren Ballspiel!

In dieser Lektion lernen wir das Brønsted-Lowry-Säure-Base-Konzept und Gleichgewichte kennen. Du wirst verstehen, wie dieses „Ballspiel“ funktioniert, wie Wasser mit sich selbst reagiert und wie man den pH-Wert von verschiedenen Lösungen ganz einfach berechnet.
Vorwissen
-
Ionen: Geladene Atome oder Moleküle.
Beispiel: Kochsalz () zerfällt in Wasser zu - und -Ionen.
-
Dekadischer Logarithmus (): Gibt an, mit welchem Exponenten man die Basis 10 potenzieren muss.
Beispiel: .
Aufgabentyp 1: Korrespondierende Säure-Base-Paare finden
Nach der Theorie von Johannes Nicolaus Brønsted ist eine Säure ein Teilchen, das ein Proton (\textcolor{#08BFFF}{\text{H}^+}) abgeben kann. Man nennt sie Protonendonator (Spender). Eine Base ist ein Teilchen, das ein Proton aufnehmen kann. Man nennt sie Protonenakzeptor (Empfänger).
Eine Säure-Base-Reaktion ist also einfach die Übergabe eines Protons von der Säure an die Base. Diesen Vorgang nennt man Protolyse.

Wenn eine Säure ihr Proton abgibt, bleibt ein Rest übrig. Dieser Rest könnte theoretisch wieder ein Proton aufnehmen – er ist also eine Base! Man nennt ihn die korrespondierende Base.
Genauso wird eine Base, die ein Proton aufnimmt, zu einer korrespondierenden Säure. Zusammen bilden sie ein korrespondierendes Säure-Base-Paar.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Protonenwanderung erkennen: Finde heraus, welches Teilchen auf der linken Seite der Reaktionsgleichung ein abgibt (Säure) und welches es aufnimmt (Base).
- Paare zuordnen: Verbinde die Säure von der linken Seite mit ihrem Rest auf der rechten Seite. Das ist das erste Paar.
- Zweites Paar bilden: Verbinde die Base von der linken Seite mit ihrem neuen Produkt auf der rechten Seite. Das ist das zweite Paar.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bestimme die korrespondierenden Säure-Base-Paare in der folgenden Reaktion:
- Schritt 1Protonenwanderung erkennen
hat auf der rechten Seite ein weniger (es wird zu ). Also ist die Säure. nimmt das Proton auf und wird zu . Also ist die Base.
- Schritt 2Paare zuordnen
Die Säure und ihre korrespondierende Base bilden das erste Paar.
- Schritt 3 · ErgebnisZweites Paar bilden
Die Base und ihre korrespondierende Säure bilden das zweite Paar.
Die korrespondierenden Paare sind / und /.
Ampholyte und die Autoprotolyse des Wassers
Manche Teilchen können sich nicht entscheiden: Je nach Reaktionspartner reagieren sie mal als Säure (geben ein Proton ab) und mal als Base (nehmen ein Proton auf). Solche flexiblen Teilchen nennt man Ampholyte (oder amphotere Teilchen).
Das bekannteste Beispiel ist Wasser (). Weitere Beispiele sind das Hydrogensulfat-Ion () oder das Hydrogencarbonat-Ion ().
Weil Wasser ein Ampholyt ist, können Wassermoleküle sogar miteinander reagieren! Ein Wassermolekül spielt die Säure, das andere die Base. Das nennt man die Autoprotolyse des Wassers:

Dieses Gleichgewicht liegt stark auf der linken Seite. Das Produkt der Konzentrationen der entstehenden Ionen nennt man das Ionenprodukt des Wassers (). Bei 25 °C gilt immer:
Aufgabentyp 2: pH-Wert berechnen
Nicht jede Säure gibt ihre Protonen gleich gerne ab. Die Säurekonstante () gibt an, wie stark eine Säure ist. Je größer der -Wert, desto stärker die Säure. Für Basen gibt es analog die Basenkonstante ().
Da diese Zahlen oft sehr klein sind, verwendet man den negativen dekadischen Logarithmus, den -Wert:
Wichtig: Je kleiner der -Wert, desto stärker ist die Säure!

Eine faszinierende Regel der Chemie besagt zudem: Je stärker eine Säure ist, desto schwächer ist ihre korrespondierende Base. Es gilt immer:
Um den pH-Wert einer Lösung zu berechnen, müssen wir unterscheiden, ob wir eine sehr starke oder eine schwache Säure vor uns haben.
Für sehr starke Säuren (sie geben alle Protonen ab) gilt:
Für schwache Säuren (nur wenige Protonen werden abgegeben) gilt:
(Für Basen berechnet man zuerst den -Wert mit den analogen Formeln und zieht das Ergebnis dann von 14 ab: ).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Stoffart und Stärke identifizieren: Prüfe, ob es sich um eine Säure oder Base handelt und ob sie stark oder schwach ist (meist am gegebenen -Wert erkennbar).
- Richtige Formel auswählen: Wähle die passende Formel für starke oder schwache Säuren/Basen aus dem Text oben.
- Werte einsetzen und berechnen: Setze die Startkonzentration und (falls nötig) den - oder -Wert in die Formel ein. Achte bei Basen darauf, am Ende zu rechnen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Berechne den pH-Wert einer schwachen Essigsäurelösung mit einer Konzentration von und einem -Wert von .
- Schritt 1Stoffart und Stärke identifizieren
Es handelt sich um eine schwache Säure (Essigsäure), da explizit "schwach" angegeben ist und ein -Wert vorliegt.
- Schritt 2Richtige Formel auswählen
Wir benötigen die Formel für schwache Säuren:
- Schritt 3 · ErgebnisWerte einsetzen und berechnen
Wir setzen und ein:
Da ist, ergibt sich:
Der pH-Wert der Lösung beträgt (gerundet). Das macht Sinn, da es sich um eine saure Lösung handelt (pH < 7).
Aufgabentyp 3: Protolyse in Salzlösungen
Wenn man ein Salz in Wasser löst, erwartet man oft eine neutrale Lösung mit einem pH-Wert von 7. Aber viele Salzlösungen sind tatsächlich sauer oder alkalisch!
Das liegt daran, dass die Ionen des Salzes selbst als Brønsted-Säuren oder -Basen wirken können, wenn sie auf Wassermoleküle treffen.
-
Saure Salzlösungen: Kationen wie das Ammoniumion () sind Protonendonatoren. Sie geben ein Proton an das Wasser ab, es entsteht , und die Lösung wird sauer.
-
Alkalische Salzlösungen: Anionen wie das Carbonation () sind Protonenakzeptoren. Sie nehmen ein Proton vom Wasser auf, es entsteht , und die Lösung wird alkalisch.
Um vorherzusagen, wie ein Salz reagiert, musst du dir also die einzelnen Ionen ansehen und überlegen, ob sie lieber Protonen abgeben oder aufnehmen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Ionen des Salzes identifizieren: Bestimme, in welche Kationen und Anionen das Salz im Wasser zerfällt.
- Säure-Base-Eigenschaften der Ionen prüfen: Überlege, ob die einzelnen Ionen als Protonendonatoren (Säuren) oder Protonenakzeptoren (Basen) wirken.
- Reaktion mit Wasser aufstellen: Formuliere die Reaktionsgleichung des aktiven Ions mit Wasser, um zu sehen, ob oder entsteht.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Sagt voraus, ob eine Lösung von Natriumcarbonat () sauer, neutral oder alkalisch reagiert, und begründe deine Antwort.
- Schritt 1Ionen des Salzes identifizieren
Natriumcarbonat zerfällt im Wasser in Natriumionen () und Carbonationen ().
- Schritt 2Säure-Base-Eigenschaften der Ionen prüfen
Das -Ion reagiert nicht mit Wasser (es ist neutral). Das Carbonation () ist jedoch eine bekannte Base (Protonenakzeptor).
- Schritt 3 · ErgebnisReaktion mit Wasser aufstellen
Das Carbonation nimmt ein Proton vom Wasser auf:

Carbonation reagiert mit Wasser
Da bei dieser Reaktion Hydroxidionen () entstehen, reagiert die Natriumcarbonat-Lösung alkalisch.
Wichtige Erkenntnisse
- Säuren sind Protonenspender (), Basen sind Protonenempfänger.
- Ampholyte wie Wasser können sowohl als Säure als auch als Base reagieren.
- Je kleiner der -Wert, desto stärker die Säure.
- Salzlösungen können sauer oder alkalisch sein, wenn ihre Ionen mit Wasser reagieren.
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Häufige Fragen
Was ist das Brønsted-Lowry-Säure-Base-Konzept?
Nach dem Brønsted-Lowry-Säure-Base-Konzept ist eine Säure ein Teilchen, das ein Proton (H⁺) abgeben kann (Protonendonator). Eine Base ist ein Teilchen, das ein Proton aufnehmen kann (Protonenakzeptor). Eine Säure-Base-Reaktion ist somit die Übergabe eines Protons, was auch als Protolyse bezeichnet wird.
Was sind korrespondierende Säure-Base-Paare?
Wenn eine Säure ein Proton abgibt, bleibt ein Rest übrig, der theoretisch wieder ein Proton aufnehmen kann – er wird zur korrespondierenden Base. Nimmt eine Base ein Proton auf, wird sie zur korrespondierenden Säure. Zusammen bilden sie ein korrespondierendes Säure-Base-Paar.
Wie berechnest du den pH-Wert einer schwachen Säure?
Für schwache Säuren, die nur wenige Protonen abgeben, nutzt du die Formel pH = 1/2 · [pKS - lg(c0(HA))]. Du benötigst dafür die Startkonzentration c0 der Säure und ihren pKS-Wert. Setze beide Werte in die Gleichung ein, um den pH-Wert der Lösung zu berechnen.
Was sind Ampholyte?
Ampholyte (oder amphotere Teilchen) sind flexibel: Sie können je nach Reaktionspartner entweder als Säure (Proton abgeben) oder als Base (Proton aufnehmen) reagieren. Das bekannteste Beispiel ist Wasser, das sogar mit sich selbst reagieren kann (Autoprotolyse).
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