Bioethanol einfach erklärt: Chemie, Herstellung & Anwendung
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Hast du dich an der Tankstelle schon einmal gefragt, was das Schild „Super E10“ bedeutet? Du tankst dort nicht nur normales Benzin, sondern auch ein Stück Natur!

In diesem Artikel über Bioethanol erfährst du, wie aus Pflanzen Kraftstoff wird, warum das gut (und manchmal auch schlecht) für die Umwelt ist und wie der chemische Prozess dahinter genau funktioniert.
Vorwissen
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Fotosynthese: Pflanzen nehmen Kohlenstoffdioxid () aus der Luft auf, um daraus Zucker herzustellen.
Beispiel: Ein Maisfeld wächst, indem es aus der Atmosphäre bindet.
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Chemische Formeln:
Beispiel: Glucose (Traubenzucker) hat die Formel . Ethanol (Trinkalkohol) hat die Formel .
Aufgabentyp 1: Reaktionsgleichung der alkoholischen Gärung aufstellen
Um die Reaktionsgleichung der Gärung zu verstehen, schauen wir uns zunächst die chemischen und industriellen Grundlagen von Bioethanol an.
Was ist Super E10 und sind Biokraftstoffe wirklich grün?
Biokraftstoffe (oder Biosprit) sind Kraftstoffe, die aus Pflanzen (Biomasse) hergestellt werden. Ein bekanntes Beispiel ist Super E10. Das „E“ steht für Ethanol und die „10“ bedeutet, dass dem normalen Benzin bis zu 10 % Bioethanol beigemischt sind.
Man nennt Biokraftstoffe oft „klimaneutral“. Warum? Wenn Pflanzen wachsen, nehmen sie Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf. Wenn das Bioethanol später im Auto verbrennt, wird genau diese Menge an Kohlenstoffdioxid wieder freigesetzt. Es kommt also theoretisch kein neues Treibhausgas hinzu.

Vorteile von Bioethanol:
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Schonung von Erdöl: Wir verbrauchen weniger fossiles Erdöl, das irgendwann leer sein wird.
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Bessere CO2-Bilanz: Es hilft, den Ausstoß von zusätzlichen Treibhausgasen zu verringern.
Nachteile und Kritik:
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Höherer Verbrauch: Ethanol liefert etwas weniger Energie als reines Benzin. Das Auto verbraucht also minimal mehr Kraftstoff.
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Motorschäden: Bei älteren Autos kann das Ethanol bestimmte Bauteile (wie Schläuche) angreifen.
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Tank oder Teller? (Nutzungskonflikt): Um Bioethanol herzustellen, braucht man riesige Felder mit Mais oder Weizen. Diese Pflanzen fehlen dann als Nahrungsmittel, was besonders in ärmeren Ländern ein großes ethisches Problem ist.
Wie wird aus Zucker Alkohol?
Damit wir Bioethanol bekommen, müssen wir Pflanzenzucker in Alkohol umwandeln. Dieser chemische Prozess heißt alkoholische Gärung.
Als Ausgangsstoffe nutzt man Pflanzen, die viel Zucker oder Stärke enthalten. Dazu gehören lokal verfügbare Pflanzen wie Mais, Weizen, Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Maniok.
Die Gärung passiert nicht von allein. Wir brauchen kleine Helfer: Enzyme (meist aus Hefepilzen). Diese Enzyme knacken den Zucker (Glucose) und machen daraus Ethanol und Kohlenstoffdioxid-Gas. Damit die Hefe optimal arbeiten kann, braucht sie eine gemütliche Temperatur von etwa . Ist es zu kalt, schläft die Hefe; ist es zu heiß, geht sie kaputt.
Die chemische Reaktionsgleichung sieht so aus:
Aus einem Molekül Glucose entstehen also genau zwei Moleküle Ethanol und zwei Moleküle Kohlenstoffdioxid.
Die industrielle Herstellung Schritt für Schritt
In einer großen Fabrik läuft die Herstellung von Bioethanol in mehreren genauen Schritten ab:
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Maischen: Pflanzen wie Mais enthalten oft Stärke. Hefe kann aber nur Zucker essen. Deshalb werden die Pflanzen zerkleinert, mit Wasser gemischt und erhitzt. Enzyme verwandeln die Stärke dann in süßen Zucker. Diese Mischung nennt man Maische.
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Gärung: Jetzt kommt die Hefe dazu. Bei frisst die Hefe den Zucker und wandelt ihn in Ethanol um.
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Destillation: Nach der Gärung haben wir eine Mischung aus viel Wasser, etwas Ethanol und Pflanzenresten. Da Ethanol bei einer niedrigeren Temperatur kocht als Wasser, wird die Mischung erhitzt. Das Ethanol verdampft zuerst und wird so von den Resten (der sogenannten Schlempe) getrennt.
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Aufbereitung: Das gewonnene Ethanol enthält immer noch ein kleines bisschen Wasser. Dieses wird in speziellen Anlagen komplett entfernt, damit reines Bioethanol entsteht.
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Vertrieb: Das fertige Bioethanol wird zur Tankstelle gebracht und dem Benzin beigemischt (z. B. als E10).

Was passiert mit dem Abfall?
Die Pflanzenreste, die bei der Destillation übrig bleiben (die Schlempe), werden nicht weggeworfen! Sie sind voller Nährstoffe. Man trocknet sie und presst sie zu Pellets, die als hochwertiges Tierfutter dienen, oder man nutzt sie in Biogasanlagen, um noch mehr Energie zu erzeugen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du in einer Prüfung die Gleichung für die Gärung aufstellen sollst, gehe so vor:
- Edukte und Produkte notieren: Schreibe die Formel für Glucose auf die linke Seite. Schreibe Ethanol und Kohlenstoffdioxid auf die rechte Seite.
- Kohlenstoffatome (C) ausgleichen: Zähle die C-Atome links (es sind 6). Setze eine 2 vor das Ethanol und eine 2 vor das , damit du rechts auch insgesamt 6 C-Atome hast.
- Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) überprüfen: Kontrolliere, ob die Anzahl der H- und O-Atome auf beiden Seiten gleich ist. Wenn ja, ist die Gleichung fertig.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Stelle die ausgeglichene chemische Reaktionsgleichung für die alkoholische Gärung von Traubenzucker (Glucose) zu Bioethanol auf.
- Schritt 1Edukte und Produkte notieren
Wir schreiben Glucose links und Ethanol sowie Kohlenstoffdioxid rechts:
- Schritt 2Kohlenstoffatome (C) ausgleichen
Links haben wir 6 C-Atome. Rechts haben wir im Ethanol 2 C-Atome und im 1 C-Atom. Wir setzen jeweils eine 2 davor:
- Schritt 3 · ErgebnisWasserstoff (H) und Sauerstoff (O) überprüfen
Links: 12 H und 6 O. Rechts: H und O.
Die fertige, ausgeglichene Gleichung lautet:
Wichtige Erkenntnisse
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Super E10: Benzin mit bis zu 10 % Bioethanol. Es schont Erdöl, kann aber zu Nutzungskonflikten (Nahrung vs. Kraftstoff) führen.
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Die Gärung: Hefe wandelt bei Zucker in Ethanol und um: .
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Industrielle Schritte: Maischen Gärung Destillation Aufbereitung Vertrieb.
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Schlempe: Der nährstoffreiche Rest wird nachhaltig als Tierfutter oder für Biogas genutzt.
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Häufige Fragen
Was ist Bioethanol?
Bioethanol ist ein Biokraftstoff, der aus pflanzlicher Biomasse wie Mais, Weizen oder Zuckerrohr hergestellt wird. Er wird oft normalem Benzin beigemischt, zum Beispiel bei Super E10, welches bis zu 10 % Bioethanol enthält. Da Pflanzen beim Wachsen Kohlenstoffdioxid aufnehmen, gilt Bioethanol theoretisch als klimaneutral.
Wie funktioniert die Herstellung von Bioethanol?
Die Herstellung erfolgt durch die alkoholische Gärung. Dabei wandeln Enzyme aus Hefepilzen den Zucker aus den Pflanzen bei etwa 40 °C in Ethanol und Kohlenstoffdioxid um. In der Industrie umfasst dieser Prozess mehrere Schritte: Maischen, Gärung, Destillation und die abschließende Aufbereitung, um reines Bioethanol zu gewinnen.
Was sind die Vor- und Nachteile von Bioethanol?
Ein großer Vorteil ist die Schonung von Erdöl und eine bessere CO2-Bilanz, da weniger zusätzliche Treibhausgase ausgestoßen werden. Zu den Nachteilen zählen ein minimal höherer Kraftstoffverbrauch und der sogenannte Nutzungskonflikt: Die riesigen Anbauflächen für Energiepflanzen fehlen oft für die Nahrungsmittelproduktion.
Wie lautet die Reaktionsgleichung der alkoholischen Gärung?
Die chemische Reaktionsgleichung für die alkoholische Gärung lautet: C₆H₁₂O₆ → 2 C₂H₅OH + 2 CO₂. Das bedeutet, aus einem Molekül Glucose (Traubenzucker) entstehen durch die Hilfe von Hefe genau zwei Moleküle Ethanol (Trinkalkohol) und zwei Moleküle Kohlenstoffdioxid.
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