Ungeschlechtliche Fortpflanzung und Klonen einfach erklärt
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Wusstest du, dass du aus einer einzigen Erdbeerpflanze ein unendliches Feld von Pflanzen züchten kannst, ganz ohne Samen einzupflanzen?

Die Pflanze streckt einfach einen Arm aus und bildet eine exakte Kopie von sich selbst. Was in Science-Fiction-Filmen oft wie ein gruseliges Laborexperiment wirkt, ist in der Natur ein völlig normaler Überlebenstrick. In diesem Artikel lernst du alles über das Thema ungeschlechtliche Fortpflanzung und Klonen. Du erfährst, wie Pflanzen und Tiere sich selbst klonen, wie Wissenschaftler diesen Trick im Labor nachmachen und warum das Klonen von Menschen streng verboten ist.
Schnellantwort
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entsteht ein Nachkomme aus nur einem einzigen Elternteil durch Zellteilung (Mitose). Das Ergebnis ist ein Klon – ein Lebewesen, das genetisch zu 100 % identisch mit seinem Elternteil ist.
Vorwissen
- Mitose (Zellteilung): Der Prozess, bei dem sich eine Zelle teilt und zwei genetisch exakt identische Tochterzellen entstehen. Beispiel: Wenn du dir in den Finger schneidest, teilen sich deine Hautzellen durch Mitose, um die Wunde mit exakt gleichen Hautzellen zu schließen.
- Körperzellen vs. Keimzellen: Normale Körperzellen (wie Haut- oder Muskelzellen) besitzen den doppelten Chromosomensatz (). Sie enthalten deinen kompletten genetischen Bauplan.
Aufgabentyp 1: Ungeschlechtliche Fortpflanzung und natürliche Klone
Bei uns Menschen braucht es für ein Baby immer zwei Elternteile: Eine Eizelle und ein Spermium verschmelzen. Das nennt man geschlechtliche Fortpflanzung.
Viele Lebewesen nutzen jedoch die ungeschlechtliche Fortpflanzung (auch vegetative Vermehrung genannt). Hierbei gibt es nur einen einzigen Elternteil. Es verschmelzen keine Zellen. Der Nachkomme entsteht einfach durch Zellteilung (Mitose) aus dem Körper der Mutter.
Das Ergebnis ist ein Klon: Ein Lebewesen, das genetisch zu identisch mit seinem einzigen Elternteil ist.
Wie funktioniert das in der Natur?
- Bei Pflanzen: Pflanzen besitzen sogenannte Meristemzellen. Das sind eine Art 'Stammzellen', die noch nicht festgelegt sind und eine komplette neue Pflanze aufbauen können. Erdbeeren bilden Ausläufer (Ableger), Kartoffeln bilden Knollen, und Unkraut wie der Giersch wächst aus winzigen Wurzelstückchen komplett neu heran.
- Bei Tieren: Auch Tiere können sich klonen! Ein Quallenpolyp schnürt sich einfach in viele horizontale Scheiben ab (wie ein Stapel Teller). Jede Scheibe schwimmt davon und wird zu einer erwachsenen Qualle. Diesen Vorgang nennt man Strobilation.

- Beim Menschen: Eineiige Zwillinge sind natürliche Klone! Sie entstehen, wenn sich ein ganz früher Embryo im Mutterleib zufällig in zwei Hälften teilt. Beide Hälften wachsen zu eigenständigen Babys mit exakt derselben DNA heran.
Sehen Klone immer exakt gleich aus?
Nein! Obwohl Klone die exakt gleiche DNA (Genotyp) haben, kann ihr äußeres Erscheinungsbild (Phänotyp) abweichen. Das liegt an Umwelteinflüssen.
Alltagsbezug: Wenn du zwei geklonte Pflanzen hast, aber eine in den Schatten und die andere in die Sonne stellst, wird die Sonnenpflanze größer wachsen. Auch eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke oder können unterschiedlich viel wiegen, je nachdem, wie sie sich im Mutterleib oder später im Leben entwickeln.
Aufgabentyp 2: Künstliches Klonen und Ethik
Was die Natur kann, versuchen Wissenschaftler im Labor nachzumachen. Es gibt zwei Hauptmethoden für das künstliche Klonen von Tieren:
1. Embryosplitting (Künstliche Zwillinge)
Hierbei wird ein sehr früher Embryo (der durch normale Befruchtung entstanden ist) im Labor künstlich in mehrere Zellen aufgeteilt. Diese Zellen werden in Leihmütter eingesetzt. Das Ergebnis sind mehrere Tierbabys, die untereinander eineiige Zwillinge sind.
2. Reproduktives Klonen (SCNT)
SCNT steht für Somatic Cell Nuclear Transfer (Zellkerntransfer aus einer Körperzelle). Mit dieser Methode wurde das berühmte Klonschaf Dolly erschaffen. Das Ziel ist es, eine exakte Kopie eines bereits erwachsenen Tieres herzustellen.
So funktioniert der SCNT-Prozess:
- Eizelle vorbereiten: Einem weiblichen Tier wird eine Eizelle entnommen. Der Zellkern (die DNA) dieser Eizelle wird entfernt. Wir haben nun eine leere Eizelle.
- DNA beschaffen: Dem Tier, das geklont werden soll, wird eine normale Körperzelle (z. B. eine Hautzelle) entnommen. Aus dieser Zelle wird der isoliert.
- Transfer: Der Zellkern des Spenders wird in die leere Eizelle eingesetzt.
- Wachstum: Ein kleiner Stromstoß regt die Zelle an, sich zu teilen. Ein Embryo entsteht.
- Austragen: Der Embryo wird einer Leihmutter in die Gebärmutter eingesetzt. Das geborene Baby ist ein exakter Klon des Tieres, das den Zellkern gespendet hat.

Probleme und Ethik
Das Klonen ist extrem fehleranfällig. Die Erfolgsquote ist sehr gering: Im Durchschnitt entwickelt sich nur etwa von Embryonen erfolgreich bis zur Geburt. Viele geklonte Tiere sterben früh oder leiden an schweren Krankheiten.
Aus Tierschutzgründen ist das Klonen daher stark umstritten. Das reproduktive Klonen von Menschen ist aus massiven ethischen und rechtlichen Gründen weltweit (auch in Deutschland) strengstens verboten. Ein Mensch ist mehr als nur seine DNA, und die gesundheitlichen Risiken wären unverantwortlich.
Aufgabentyp 3: Klon-Aufgaben lösen
In Prüfungen wird oft ein SCNT-Klonexperiment mit drei verschiedenen Tieren beschrieben. Du musst dann vorhersagen, wie das geklonte Baby aussehen wird. Nutze diesen Plan:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Finde den Zellkern-Spender: Suche im Text nach dem Tier, das die Körperzelle (oder den Zellkern / die DNA) gespendet hat. Dieses Tier liefert den gesamten Bauplan.
- Ignoriere die anderen Tiere: Das Tier, das die Eizelle gespendet hat, hat seinen Zellkern (seine DNA) verloren. Die Leihmutter stellt nur die Gebärmutter zur Verfügung. Beide geben keine DNA an das Baby weiter.
- Bestimme das Aussehen: Das geklonte Baby wird genetisch und optisch (bis auf kleine umweltbedingte Abweichungen) exakt so aussehen wie der Zellkern-Spender aus Schritt 1.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Wissenschaftler wollen ein schwarzes Pferd klonen. Sie entnehmen dem schwarzen Pferd eine Hautzelle und isolieren den Zellkern. Dann entnehmen sie einem weißen Pferd eine Eizelle und entfernen deren Kern. Der Kern des schwarzen Pferdes wird in die Eizelle des weißen Pferdes eingesetzt. Der entstandene Embryo wird von einer braunen Leihmutter ausgetragen. Welche Fellfarbe wird das geborene Fohlen haben? Begründe deine Antwort.
- Schritt 1Finde den Zellkern-Spender
Der Zellkern (und damit die gesamte DNA) stammt aus der Hautzelle des schwarzen Pferdes.
- Schritt 2Ignoriere die anderen Tiere
Das weiße Pferd hat nur die leere Hülle der Eizelle gespendet. Die braune Leihmutter trägt das Fohlen nur aus. Beide geben keine Erbinformationen weiter.
- Schritt 3 · ErgebnisBestimme das Aussehen
Das Fohlen wird schwarz sein, da es ein genetischer Klon des schwarzen Pferdes ist, welches den Zellkern gespendet hat.
Das Fohlen wird schwarz sein. (Reality Check: Das macht biologisch Sinn, denn die DNA ist der einzige Bauplan für Merkmale wie die Fellfarbe, und diese DNA kam zu vom schwarzen Pferd.)
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Quizfrage 1 zu Ungeschlechtliche Fortpflanzung und Klonen
Welcher Vorgang sorgt bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dafür, dass der Nachkomme genetisch mit dem Elternteil identisch ist?
Quizfrage 2 zu Ungeschlechtliche Fortpflanzung und Klonen
Nur mit AccountWarum können Klone trotz exakt gleicher DNA unterschiedlich aussehen?
Übungsaufgabe zu Ungeschlechtliche Fortpflanzung und Klonen
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Ungeschlechtliche Fortpflanzung: Fortpflanzung ohne Geschlechtszellen (Spermium/Eizelle). Es entsteht ein genetisch identischer Klon.
- Phänotyp: Klone haben die gleiche DNA, können aber durch Umwelteinflüsse leicht unterschiedlich aussehen.
- SCNT (Klonen im Labor): Der Zellkern einer Körperzelle wird in eine entkernte Eizelle eingesetzt. Der Klon ist nur mit dem Spender des Zellkerns verwandt.
- Ethik: Künstliches Klonen hat eine sehr geringe Erfolgsquote, verursacht oft Tierleid und ist beim Menschen streng verboten.
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Häufige Fragen
Was ist ungeschlechtliche Fortpflanzung?
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entsteht ein Nachkomme aus nur einem einzigen Elternteil. Es verschmelzen keine Geschlechtszellen wie Spermium und Eizelle. Stattdessen teilt sich eine Zelle durch Mitose, wodurch ein genetisch identischer Klon entsteht. Diesen Vorgang nutzen viele Pflanzen und auch einige Tiere in der Natur.
Was ist der Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp bei Klonen?
Der Genotyp beschreibt die DNA. Klone haben immer eine zu 100 % identische DNA. Der Phänotyp ist das äußere Erscheinungsbild. Dieses kann bei Klonen unterschiedlich sein, da Umwelteinflüsse wie Licht, Ernährung oder Temperatur das Wachstum und die Entwicklung beeinflussen. Deshalb sehen selbst eineiige Zwillinge nicht immer exakt gleich aus.
Wie funktioniert das reproduktive Klonen (SCNT)?
Beim Somatic Cell Nuclear Transfer (SCNT) wird der Zellkern einer normalen Körperzelle in eine entkernte Eizelle eingesetzt. Ein Stromstoß regt die Zelle zur Teilung an, und der entstehende Embryo wird von einer Leihmutter ausgetragen. Das geborene Tier ist ein exakter genetischer Klon des Zellkern-Spenders.
Warum ist das Klonen von Menschen verboten?
Das reproduktive Klonen von Menschen ist weltweit aus ethischen und rechtlichen Gründen streng verboten. Die Methode ist extrem fehleranfällig und die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind wären unverantwortlich hoch. Zudem wird argumentiert, dass ein Mensch mehr ist als nur seine DNA und ein Recht auf genetische Einzigartigkeit hat.
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