Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde einfach erklärt
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Wenn du durch einen Garten oder über ein Feld läufst, siehst du meistens nur Gras und Erde. Doch direkt unter deinen Füßen und versteckt in den Büschen herrscht reges Treiben! Viele Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde leben direkt vor unserer Haustür.

In dieser Lektion werfen wir einen Blick auf die heimlichen Bewohner unserer Felder und Gärten. Du wirst lernen, warum Mäuse unsere Nähe suchen, wie der Maulwurf zum perfekten Tunnelgräber wurde und warum ein Hase absolut kein Kaninchen ist. Am Ende wirst du Tierspuren und Körpermerkmale wie ein echter Naturforscher lesen können.
Vorwissen
- Säugetiere: Tiere, die ein Fell aus Haaren haben und ihre Jungen nach der Geburt mit Muttermilch säugen. Beispiel: Hunde, Katzen und auch wir Menschen sind Säugetiere.
- Körperliche Anpassung: Der Körperbau eines Tieres passt perfekt zu seinem Lebensraum und seiner Nahrung. Beispiel: Ein Fisch hat Flossen zum Schwimmen, ein Vogel hat Flügel zum Fliegen.
Aufgabentyp 1: Heimische Säugetiere und ihre Merkmale bestimmen
Um Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde richtig zu bestimmen, schauen wir uns ihre besonderen Anpassungen an.
Die Hausmaus und das clevere Gebiss Die Hausmaus ist ein sogenannter Kulturfolger. Das bedeutet, sie folgt der menschlichen Kultur (unseren Dörfern und Städten). Warum tut sie das? In der Nähe von Menschen findet sie immer Nahrung, es ist schön warm und es gibt weniger Raubtiere. Unter diesen tollen Bedingungen kann eine einzige Maus bis zu 8-mal im Jahr Babys bekommen!
Um an all das leckere Essen zu kommen, hat die Maus ein spezielles Nagetiergebiss. Das Wichtigste daran sind die langen, gebogenen Nagezähne ganz vorne. Diese Zähne wachsen ein Leben lang nach! Damit sie nicht zu lang werden, muss die Maus ständig nagen.
Dabei gibt es einen genialen Trick der Natur: Die Zähne schärfen sich von selbst!

Die Vorderseite des Zahns besteht aus extrem hartem Zahnschmelz. Die Rückseite besteht aus weicherem Zahnbein. Wenn die Maus nagt, rubbelt sich das weiche Zahnbein hinten viel schneller ab als der harte Zahnschmelz vorne. So bleibt immer eine messerscharfe Kante stehen – wie bei einem Meißel!
Der Maulwurf: Ein Leben in der Dunkelheit Der Maulwurf verbringt fast sein ganzes Leben unter der Erde. Sein Körper ist die perfekte Grabmaschine. Seine Vorderbeine sind zu riesigen Grabhänden umgebaut. Sie haben starke Krallen und werden durch einen extra Knochen, das sogenannte Sichelbein, noch breiter gemacht. So funktionieren sie wie riesige Schaufeln, mit denen er die Erde nach hinten wegdrückt.
Da es unter der Erde stockdunkel ist, nützen ihm Augen wenig. Stattdessen nutzt er seinen kurzen, nach oben stehenden Schwanz als Blindestab. Dieser ist voller empfindlicher Haare, mit denen er die Wände seiner engen Tunnel abtastet.

Viele Menschen denken, der Maulwurf frisst Pflanzenwurzeln. Das ist falsch! Er hat ein Insektenfressergebiss. Im Gegensatz zu den langen Meißel-Zähnen der Maus hat er viele kleine, spitze Zähne. Damit kann er die harten Panzer von Insekten und Würmern knacken.
Wichtig: Auch die kleine Spitzmaus ist, trotz ihres Namens, keine Maus! Sie hat ebenfalls ein Insektenfressergebiss und ist ein nützlicher Helfer im Garten, weil sie Schädlinge frisst.
Feldhase oder Wildkaninchen? Sehen Hasen und Kaninchen nicht gleich aus? Überhaupt nicht! Wenn man genau hinsieht, leben sie völlig unterschiedlich:
- Der Feldhase: Er ist groß (bis zu 5 kg) und hat extrem lange Ohren mit schwarzen Spitzen, die man Löffel nennt. Er ist ein Einzelgänger und lebt auf offenen Feldern. Er gräbt keine Höhlen! Er versteckt sich einfach in einer flachen Mulde im Gras, der sogenannten Sasse. Wenn Gefahr droht, rennt er mit bis zu 70 km/h davon.
- Das Wildkaninchen: Es ist viel kleiner und hat kürzere Ohren. Kaninchen leben in großen Familien zusammen. Sie graben tiefe, verzweigte Höhlen unter der Erde. Bei Gefahr rennen sie nicht weit weg, sondern flüchten sofort in ihr sicheres Erdloch.

Der größte Unterschied zeigt sich bei den Babys: Hasenbabys sind Nestflüchter. Das Wort sagt es schon: Sie könnten sofort aus dem Nest flüchten. Sie werden mit einem dicken Fell und offenen Augen geboren und können direkt hoppeln. Kaninchenbabys sind Nesthocker. Sie hocken wochenlang hilflos im Nest tief unter der Erde. Sie werden nämlich nackt, blind und zahnlos geboren und brauchen absoluten Schutz.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du in einer Aufgabe herausfinden sollst, um welches Tier es sich handelt, nutze diesen Plan:
- Schau auf die Zähne (Nahrung): Sind es lange, gebogene Zähne vorne? Dann ist es ein Nagetier (frisst Pflanzen/Körner). Sind es viele kleine, spitze Zähne? Dann ist es ein Insektenfresser (frisst Würmer/Käfer).
- Schau auf die Beine (Lebensraum): Sind die Vorderbeine extrem breit wie Schaufeln? Das Tier lebt unter der Erde (z.B. Maulwurf). Sind die Hinterbeine extrem lang? Das Tier ist ein schneller Läufer auf dem Feld (z.B. Feldhase).
- Schau auf die Babys (Fortpflanzung): Werden die Babys mit Fell und offenen Augen in einer flachen Mulde geboren? Es sind Nestflüchter. Sind sie nackt und blind in einer tiefen Höhle? Es sind Nesthocker.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Gärtner findet einen kleinen Tierschädel im Beet. Der Schädel hat vorne zwei sehr lange, gebogene Zähne, die wie kleine Meißel aussehen. Handelt es sich bei dem Tier um eine Spitzmaus oder um eine Wühlmaus? Begründe deine Antwort.
- Schritt 1Schau auf die Zähne (Nahrung)
Der Schädel hat lange, gebogene Zähne vorne. Das ist das typische Merkmal für ein Nagetiergebiss.
- Schritt 2Schau auf die Beine (Lebensraum)
(In dieser Aufgabe haben wir keine Beine, also überspringen wir diesen Schritt und nutzen unser Wissen über die Tiere).
- Schritt 3 · ErgebnisTier bestimmen
Wir wissen, dass die Spitzmaus ein Insektenfresser ist und spitze Zähne haben müsste. Die Wühlmaus hingegen ist ein Nagetier.
Es handelt sich um eine Wühlmaus, da der Schädel ein Nagetiergebiss zeigt.
Quiz zu Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde
Warum wird die Hausmaus in dem Text als sogenannter Kulturfolger bezeichnet?
Quizfrage 2 zu Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde
Nur mit AccountWie funktioniert der Mechanismus, durch den sich die Zähne der Hausmaus von selbst schärfen?
Übungsaufgabe zu Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde
Nur mit AccountBeispiel 2
Bei einem Spaziergang über eine offene Wiese entdeckst du eine flache Kuhle im hohen Gras. Darin sitzen drei kleine Tierbabys. Sie haben bereits ein weiches Fell und schauen dich mit großen, offenen Augen an. Sind das die Babys eines Feldhasen oder eines Wildkaninchens?

- Schritt 1Schau auf den Lebensraum
Die Babys liegen in einer flachen Kuhle im Gras (einer Sasse) und nicht in einer tiefen Höhle unter der Erde.
- Schritt 2 · ErgebnisSchau auf die Babys (Fortpflanzung)
Die Babys haben bereits Fell und offene Augen. Sie sind also Nestflüchter.
Es sind die Babys eines Feldhasen. Feldhasen bauen keine Höhlen und ihre Jungen kommen als Nestflüchter (mit Fell und offenen Augen) zur Welt. Das macht Sinn, denn auf einer offenen Wiese ohne schützende Höhle müssen die Babys schnell fliehen können, wenn ein Raubtier kommt.
Wichtige Erkenntnisse
- Kulturfolger: Tiere wie die Hausmaus, die in der Nähe von Menschen leben, weil sie dort Nahrung und Wärme finden.
- Nagetiergebiss: Die Nagezähne wachsen immer weiter. Weil sie vorne hart (Zahnschmelz) und hinten weich (Zahnbein) sind, schärfen sie sich beim Nagen von selbst.
- Maulwurf: Er hat schaufelartige Grabhände (mit Sichelbein) und ein Insektenfressergebiss (spitze Zähne für harte Käferpanzer).
- Feldhase vs. Kaninchen: Hasen leben in der Sasse und ihre Babys sind Nestflüchter (Fell, offene Augen). Kaninchen leben in Höhlen und ihre Babys sind Nesthocker (nackt, blind).
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Häufige Fragen
Was sind Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde?
Säugetiere in Feld, Garten und unter der Erde sind heimische Tiere wie die Hausmaus, der Maulwurf oder der Feldhase. Sie haben sich perfekt an ihren Lebensraum direkt vor unserer Haustür angepasst – sei es durch spezielle Grabhände für das Leben unter der Erde oder als schnelle Läufer auf dem offenen Feld.
Was ist der Unterschied zwischen Feldhase und Wildkaninchen?
Der Feldhase ist größer, lebt als Einzelgänger auf offenen Feldern und versteckt sich in einer flachen Mulde (Sasse). Seine Jungen sind Nestflüchter. Das Wildkaninchen lebt in großen Familien in tiefen Höhlen. Seine Babys kommen nackt und blind zur Welt und sind typische Nesthocker.
Warum muss eine Maus ständig nagen?
Mäuse besitzen ein spezielles Nagetiergebiss, bei dem die vorderen Nagezähne ein Leben lang nachwachsen. Durch das ständige Nagen nutzen sich die Zähne ab und schärfen sich dabei von selbst, da die Rückseite aus weicherem Zahnbein und die Vorderseite aus hartem Zahnschmelz besteht.
Frisst der Maulwurf Pflanzenwurzeln?
Nein, der Maulwurf ist kein Pflanzenfresser, sondern besitzt ein Insektenfressergebiss mit vielen kleinen, spitzen Zähnen. Damit jagt und knackt er unter der Erde die harten Panzer von Insekten, Käfern und Würmern.
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