Mikroskopische Untersuchung von Mikroorganismen einfach erklärt

Erfahre, wie du einen Heuaufguss ansetzt und eine mikroskopische Untersuchung von Mikroorganismen durchführst. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und Beispielen.

📅 Aktualisiert 31. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Mikroskopische Untersuchung von Mikroorganismen einfach erklärt

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Student thinking

Stell dir vor, du könntest dich schrumpfen und in einen einzigen Wassertropfen tauchen. Bei der mikroskopischen Untersuchung von Mikroorganismen würdest du keinen leeren Raum finden, sondern einen wilden Dschungel voller seltsamer, winziger Lebewesen, die jagen, fressen und umherschwimmen!

Illustration eines Wassertropfens mit Mikroorganismen
Illustration eines Wassertropfens mit Mikroorganismen

Diese winzigen Lebewesen nennt man Mikroorganismen. In diesem Artikel lernst du, wie du dir deinen eigenen kleinen Dschungel im Glas züchtest, wie du die Tiere unter dem Mikroskop aufspürst und welchen genialen Trick Forscher nutzen, um die schnellsten unter ihnen für ein Foto auszubremsen.

Vorwissen

  • Das Frischpräparat: Um Flüssigkeiten zu mikroskopieren, gibt man einen Tropfen auf ein dickes Glas (Objektträger) und legt ein hauchdünnes Glas (Deckglas) darüber. Beispiel: Ein Tropfen Teichwasser wird auf den Objektträger pipettiert und vorsichtig mit dem Deckglas abgedeckt, damit keine Luftblasen entstehen.
  • Einzeller: Lebewesen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen, aber trotzdem alles können, was zum Leben dazugehört (fressen, bewegen, vermehren). Beispiel: Die Hüllengeißelalge (Chlamydomonas) schwimmt mit ihren Geißeln durchs Wasser.

Aufgabentyp 1: Der Heuaufguss und das Bakterien-Buffet

Um Mikroorganismen zu beobachten, müssen wir sie zuerst anlocken und vermehren. Das machen Biologen mit einem Heuaufguss. Dabei wird einfach trockenes Heu in Teich- oder Regenwasser eingelegt.

Nach ein paar Tagen passiert etwas Spannendes: An der Wasseroberfläche bildet sich eine trübe, schmierige Schicht. Diese Schicht nennt man Kahmhaut.

Kahmhaut auf einem Heuaufguss im Glas
Kahmhaut auf einem Heuaufguss im Glas

Die Kahmhaut besteht aus Millionen von Bakterien. Für größere Kleinstlebewesen, wie das Pantoffeltierchen (Paramecium), ist diese Bakterienschicht wie ein riesiges All-you-can-eat-Buffet. Weil es dort so viel zu fressen gibt, versammeln sich die meisten und spannendsten Mikroorganismen genau dort, um sich den Bauch vollzuschlagen.

Wir züchten Mikroorganismen

Zweck: Einen Lebensraum schaffen, in dem sich Mikroorganismen stark vermehren, um sie mikroskopieren zu können.

Materialien: Ein großes Becherglas (oder Marmeladenglas), eine Handvoll Heu, eine Schere, Teichwasser oder Regenwasser.

Vorgehen:

  1. Schneide das Heu mit der Schere in kleine, etwa 2 bis 3 Zentimeter lange Stücke und gib sie in das Glas.
  2. Fülle das Glas mit dem Teich- oder Regenwasser auf, bis das Heu gut bedeckt ist.
  3. Stelle das Glas an einen hellen Ort (zum Beispiel auf eine Fensterbank), aber achte darauf, dass es keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommt, da es sonst zu heiß wird.
  4. Warte etwa 3 bis 5 Tage.
Glas mit Heuaufguss und Kahmhaut
Glas mit Heuaufguss und Kahmhaut

Beobachtung: Nach einigen Tagen wird das Wasser trüb und beginnt etwas unangenehm zu riechen. Oben auf dem Wasser hat sich eine weißlich-graue Haut (die Kahmhaut) gebildet.

Erklärung: Die Bakterien aus dem Heu und dem Wasser haben sich rasant vermehrt und die Kahmhaut gebildet. Nun erwachen auch andere Kleinstlebewesen (wie Amöben und Wimpertierchen) und beginnen, die Bakterien zu fressen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn du deinen Heuaufguss unter dem Mikroskop untersuchen willst, gehe nach diesem Plan vor:

  1. Die richtige Probe nehmen: Sauge mit einer Pipette einen Tropfen Wasser knapp unterhalb der Kahmhaut ab.
  2. Das Präparat herstellen: Gib den Tropfen auf einen sauberen Objektträger und lege vorsichtig ein Deckglas darauf. Lege es unter das Mikroskop und stelle das Bild scharf.
  3. Die Bremse anziehen (Gelatine-Trick): Gib einen kleinen Tropfen Gelatinelösung an den Rand des Deckglases, um schnelle Einzeller zu verlangsamen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Du hast ein tolles Frischpräparat aus deinem Heuaufguss hergestellt. Unter dem Mikroskop entdeckst du ein Pantoffeltierchen (Paramecium). Es schwimmt jedoch so schnell kreuz und quer, dass du seine Form nicht genau zeichnen kannst. Beschreibe genau, was du tun musst, um das Pantoffeltierchen für deine Zeichnung zu verlangsamen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Das Hilfsmittel wählen

    Um schnell bewegliche Einzeller zu verlangsamen, benötige ich eine Gelatinelösung.

  2. Schritt 2
    Die Lösung anwenden

    Ich gebe mit einer Pipette einen kleinen Tropfen der Gelatinelösung direkt an den Rand des Deckglases auf meinem Objektträger.

    Pipette gibt Gelatine an Deckglasrand
    Pipette gibt Gelatine an Deckglasrand
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Die Wirkung beobachten

    Die Gelatine zieht unter das Deckglas und macht das Wasser dort zähflüssiger.

Ergebnis:

Du musst einen Tropfen Gelatinelösung an den Rand des Deckglases geben, damit das Wasser zähflüssig wird und das Pantoffeltierchen ausgebremst wird.

Wichtige Erkenntnisse

  • Heuaufguss: Eine Mischung aus Heu und Wasser, um Mikroorganismen zu züchten.
  • Kahmhaut: Ein Bakterienfilm an der Wasseroberfläche, der als Nahrungsbuffet für andere Kleinstlebewesen dient.
  • Der beste Probenort: Die meisten Mikroorganismen findest du, wenn du Wasser knapp unterhalb der Kahmhaut entnimmst.
  • Der Gelatine-Trick: Schnelle Einzeller (wie das Pantoffeltierchen) können durch die Zugabe von Gelatinelösung unter das Deckglas verlangsamt werden.

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Häufige Fragen

Was ist eine mikroskopische Untersuchung von Mikroorganismen?

Bei der mikroskopischen Untersuchung von Mikroorganismen betrachtest du winzige Lebewesen, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, unter einem Mikroskop. Dazu züchtest du oft zuerst eine Probe, wie zum Beispiel einen Heuaufguss, und stellst daraus ein Frischpräparat her.

Wie setze ich einen Heuaufguss an?

Schneide eine Handvoll Heu in kleine Stücke, gib sie in ein Becherglas und fülle es mit Teich- oder Regenwasser auf. Stelle das Glas an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Nach 3 bis 5 Tagen bildet sich an der Oberfläche eine Kahmhaut voller Mikroorganismen.

Wie kann ich schnelle Einzeller unter dem Mikroskop verlangsamen?

Nutze den Gelatine-Trick: Gib mit einer Pipette einen kleinen Tropfen Gelatinelösung an den Rand des Deckglases deines Präparats. Die Gelatine zieht unter das Glas, macht das Wasser zähflüssig und bremst schnelle Einzeller wie das Pantoffeltierchen aus.

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