Mechanismen der Sukzession einfach erklärt: Menschlicher Einfluss
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Hast du dich jemals gefragt, was passiert, wenn man einen perfekt gemähten Rasen einfach zehn Jahre lang nicht mehr pflegt? Er bleibt nicht kurz und grün. Zuerst wächst Unkraut, dann kommen Sträucher, und irgendwann steht dort ein kleiner Wald.

Dieser natürliche Fahrplan der Natur heißt Sukzession. In diesem Artikel schauen wir uns die Mechanismen der Sukzession und den menschlichen Einfluss genauer an. Wir lernen, wie sich die Natur nach einer Zerstörung Schritt für Schritt wieder aufbaut und warum wir Menschen ständig gegen diesen Prozess ankämpfen müssen, um unsere Felder und Wiesen zu erhalten.
Schnellantwort
Sukzession ist das natürliche Reparaturprogramm der Natur nach einer Zerstörung (z. B. durch Sturm oder Feuer). Auf einer kahlen Fläche siedeln sich nacheinander verschiedene Pflanzen- und Tierarten an, bis schließlich ein stabiler Endzustand – meist ein Wald – entsteht. Die Mechanismen der Sukzession beschreiben diesen schrittweisen Aufbau von der Initialphase bis zur Klimaphase, während der menschliche Einfluss diesen Prozess oft gezielt stoppt.
Vorwissen
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r-Strategen vs. K-Strategen: r-Strategen vermehren sich extrem schnell, leben aber kurz. K-Strategen wachsen langsam, leben lange und sind sehr konkurrenzstark.
Beispiel: Ein Löwenzahn (r-Stratege) produziert hunderte fliegende Samen, während eine Eiche (K-Stratege) Jahrzehnte braucht, um groß zu werden.
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Biomasse: Das gesamte Gewicht aller lebenden Organismen in einem bestimmten Gebiet.
Beispiel: Ein alter Wald hat eine riesige Biomasse, weil die dicken Baumstämme sehr schwer sind.
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Nettoprimärproduktion: Die Menge an neuem Pflanzenmaterial, die in einem Jahr durch Fotosynthese produziert wird.
Beispiel: Eine schnell wachsende Frühlingswiese hat eine hohe Nettoprimärproduktion, weil in kurzer Zeit viel neues Grün entsteht.
Aufgabentyp 1: Die Entwicklung einer Landschaft vorhersagen
Um die Mechanismen der Sukzession und den menschlichen Einfluss zu verstehen, betrachten wir die Phasen der Entwicklung. Wenn ein Wald durch einen Sturm, ein Feuer oder durch Abholzung zerstört wird, bleibt eine kahle Fläche zurück. Die Natur startet dann ein Reparaturprogramm, das Sukzession genannt wird. Dieser Prozess läuft in drei Hauptphasen ab:
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Die Initialphase: Zuerst erobern Pionierarten die leere Fläche. Das sind typische r-Strategen (wie Gräser oder kleine Kräuter). Sie wachsen rasend schnell und brauchen viel Sonnenlicht.
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Die Folgephasen: Nach einigen Jahren wachsen Sträucher und erste Bäume. Diese Phase dauert Jahrzehnte und bietet Lebensraum für sehr viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
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Die Klimaphase: Am Ende entsteht ein stabiler Zustand, die sogenannte Klimaxvegetation (in Mitteleuropa meist ein Buchenmischwald). Hier dominieren große, langlebige Bäume (K-Strategen). Sie nehmen den kleineren Pflanzen das Licht weg.
Dabei verändern sich zwei wichtige Werte völlig unterschiedlich:
Die Biomasse (das Gesamtgewicht) steigt am Anfang stetig an und bleibt in der Klimaphase auf einem dauerhaft hohen Level, weil die großen Bäume einfach dort stehen bleiben.
Die Nettoprimärproduktion (das Neuwachstum) verhält sich anders: Sie erreicht in den Folgephasen ihren absoluten Höhepunkt, weil hier unzählige junge Bäume und Sträucher gleichzeitig extrem schnell wachsen. In der Klimaphase sinkt sie wieder leicht ab, da der alte Wald hauptsächlich nur noch sich selbst am Leben erhält und kaum noch rasant wächst.

Die Natur strebt in Mitteleuropa fast immer danach, ein Wald zu werden. Doch wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir oft Felder, Wiesen oder Weiden. Das sind Kulturlandschaften – Gebiete, die vom Menschen für die Wirtschaft stark verändert wurden.
Um eine Kulturlandschaft zu erhalten, muss der Mensch ständig Energie und Arbeit investieren. Wenn ein Bauer aufhört, seine Wiese zu mähen oder Schafe darauf grasen zu lassen, startet sofort die Sukzession. Aus der Wiese (z. B. einem artenreichen Trockenrasen) werden schnell Sträucher und schließlich wieder ein Wald. Die besonderen Pflanzen und Tiere der Wiese würden dadurch aussterben. Deshalb ist aktive Pflege (wie das Mähen) echter Naturschutz!
Auch viele unserer Wälder sind eigentlich Kulturlandschaften. Oft wurden Fichtenforste (Monokulturen aus nur einer Baumart) angepflanzt, weil Fichten schnell wachsen und gutes Holz liefern. Von Natur aus würden dort aber Buchen wachsen.
Diese künstlichen Fichtenwälder haben ein riesiges Problem mit dem Klimawandel: Fichten haben flache Wurzeln und leiden extrem unter Trockenheit. Wenn sie durch Wassermangel geschwächt sind, haben Schädlinge wie der Borkenkäfer leichtes Spiel und können ganze Wälder vernichten. Ein natürlicher Buchenmischwald (die Klimaphase) wäre viel widerstandsfähiger.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du in einer Aufgabe vorhersagen sollst, wie sich ein Ökosystem verändert, nutze diesen Plan:
- Den aktuellen Zustand bestimmen: Ist die Fläche gerade erst zerstört worden (Initialphase), wachsen dort schon Sträucher (Folgephase) oder ist es ein alter Wald (Klimaphase)?
- Den menschlichen Einfluss prüfen: Wird die Fläche vom Menschen gepflegt (gemäht, abgeholzt, beweidet)? Ja: Die Fläche bleibt eine Kulturlandschaft. Die Sukzession wird blockiert. Nein: Die natürliche Sukzession startet oder geht weiter.
- Das Endergebnis vorhersagen: Ohne menschlichen Eingriff wird sich die Fläche in Mitteleuropa langfristig fast immer zu einem stabilen Wald (Klimaphase) entwickeln. Überlege, welche Arten (r- oder K-Strategen) in der jeweiligen Phase im Vorteil sind.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein schwerer Sturm reißt eine große Lücke in einen alten Buchenwald. Erkläre, welche Pflanzenarten sich dort als Erstes ansiedeln und wie sich die Nettoprimärproduktion in den nächsten Jahrzehnten verändern wird.
- Schritt 1Den aktuellen Zustand bestimmen
Durch den Sturm wurde die Klimaphase lokal zerstört. Es entsteht eine kahle Fläche, auf der viel Sonnenlicht den Boden erreicht. Die Initialphase beginnt.
- Schritt 2Den menschlichen Einfluss prüfen
In dieser Aufgabe wird kein menschlicher Eingriff erwähnt. Die Natur erholt sich von selbst.
- Schritt 3 · ErgebnisDas Endergebnis vorhersagen
Zuerst siedeln sich Pionierarten (r-Strategen) an, da sie schnell wachsen und das viele Licht nutzen können. In den folgenden Jahrzehnten (Folgephasen) wachsen viele junge Bäume und Sträucher heran.
Als Erstes wachsen schnelllebige Pionierarten (r-Strategen). In den darauffolgenden Jahrzehnten wird die Nettoprimärproduktion stark ansteigen und ihren Höhepunkt erreichen, da die vielen jungen Pflanzen extrem schnell wachsen, bevor sie später in der Klimaphase wieder leicht absinkt. Reality Check: Das macht biologisch Sinn. Ein ausgewachsener Wald produziert zwar viel Sauerstoff, verbraucht aber auch fast alles selbst, um am Leben zu bleiben. Nur ein junger, wachsender Wald baut massiv neues Material auf.
Quiz zu Mechanismen der Sukzession: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Mechanismen der Sukzession und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Mechanismen der Sukzession
Was zeichnet r-Strategen im Gegensatz zu K-Strategen aus?
Quizfrage 2 zu Mechanismen der Sukzession
Nur mit AccountWelche Pflanzenarten besiedeln eine kahle Fläche in der Initialphase der Sukzession als Erstes?
Übungsaufgabe zu Mechanismen der Sukzession
Nur mit AccountBeispiel 2
Ein Landwirt gibt eine Schafweide (einen Trockenrasen) auf, die seit Jahrhunderten genutzt wurde. Begründe, warum Naturschützer fordern, die Fläche weiterhin künstlich zu mähen.
- Schritt 1Den aktuellen Zustand bestimmen
Die Schafweide ist eine Kulturlandschaft. Sie wird durch die fressenden Schafe künstlich in einem frühen Stadium gehalten.
- Schritt 2Den menschlichen Einfluss prüfen
Der Landwirt gibt die Weide auf. Der menschliche Einfluss (das Fressen der Pflanzen) fällt weg.
- Schritt 3 · ErgebnisDas Endergebnis vorhersagen
Ohne die Schafe startet die natürliche Sukzession. Es werden Sträucher und schließlich Bäume wachsen.
Naturschützer fordern das Mähen, weil sonst die natürliche Sukzession einsetzt und aus der Weide ein Wald wird. Dadurch würde der seltene Lebensraum des Trockenrasens mit all seinen speziellen, lichtliebenden Arten für immer verschwinden.
Wichtige Erkenntnisse
- Sukzession: Die schrittweise Erholung der Natur nach einer Zerstörung (Initialphase Folgephasen Klimaphase).
- Biomasse vs. Produktion: Die Biomasse ist in der Klimaphase am höchsten, aber die Nettoprimärproduktion hat ihren Höhepunkt in den Folgephasen.
- Kulturlandschaften: Felder und Wiesen existieren nur, weil der Mensch durch ständige Arbeit die natürliche Sukzession zum Wald verhindert.
- Monokulturen: Künstliche Fichtenwälder sind keine natürliche Klimaxvegetation und daher extrem anfällig für Trockenheit und Schädlinge.
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Häufige Fragen
Was ist die Sukzession?
Die Sukzession ist der natürliche Fahrplan der Natur, nach dem sich ein Ökosystem nach einer Zerstörung (wie durch Sturm oder Feuer) schrittweise wieder aufbaut. Sie verläuft von der Initialphase über die Folgephasen bis hin zur stabilen Klimaphase, in der meist ein Wald entsteht.
Wie beeinflusst der Mensch die Sukzession?
Der Mensch stoppt die natürliche Sukzession oft gezielt, um Kulturlandschaften wie Felder und Wiesen zu erhalten. Ohne ständige Pflege wie Mähen oder Beweiden würden diese Flächen schnell verbuschen und sich wieder in Wälder verwandeln, wodurch viele lichtliebende Arten aussterben würden.
Was ist der Unterschied zwischen Biomasse und Nettoprimärproduktion?
Die Biomasse ist das Gesamtgewicht aller Lebewesen und erreicht in der Klimaphase (z. B. im alten Wald) ihren Höchststand. Die Nettoprimärproduktion hingegen misst das Neuwachstum in einem Jahr; sie ist in den Folgephasen am höchsten, wenn viele junge Pflanzen rasend schnell wachsen.
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