Das Honigbienenvolk und der Jahreszyklus einfach erklärt

Erfahre alles über das Honigbienenvolk und den Jahreszyklus. Lerne die drei Bienenwesen kennen und verstehe, wie Bienen überwintern und schwärmen.

📅 Aktualisiert 2. September 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Das Honigbienenvolk und der Jahreszyklus einfach erklärt

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Student thinking

Stell dir eine Stadt mit 60.000 Einwohnern vor. Es gibt keinen Bürgermeister, keine Polizei und keinen Stundenplan – und trotzdem weiß jeder Einzelne ganz genau, was zu tun ist. Es gibt keinen Stau, keinen Streit und genug Nahrung für den ganzen Winter.

Bienenwabe mit Bienen
Bienenwabe mit Bienen

Diese perfekte Stadt ist ein Bienenstock! Ein Honigbienenvolk funktioniert wie ein einziger großer Körper, ein sogenannter Superorganismus. In diesem Artikel über das Honigbienenvolk und den Jahreszyklus lernst du die drei verschiedenen „Berufe“ (Kasten) der Bienen kennen und erfährst, wie das Volk als Team den eisigen Winter überlebt und sich im Frühling vermehrt.

Vorwissen

  • Körperbau der Insekten: Der Körper ist in drei Abschnitte unterteilt: Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Beispiel: Am Kopf sitzen die Fühler und Komplexaugen, an der Brust die sechs Beine und vier Flügel.
  • Vollständige Metamorphose: Insekten durchlaufen vier Entwicklungsstadien. Beispiel: Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die sich später verpuppt (Puppe), bevor das fertige Insekt (Imago) schlüpft.

Aufgabentyp 1: Die drei Bienenwesen (Kasten)

In einem Bienenvolk gibt es drei verschiedene Arten von Bienen. Man nennt diese Gruppen Kasten. Jede Kaste hat einen ganz speziellen Körperbau und eine eigene Aufgabe.

1. Die Königin (Das Oberhaupt) Sie ist das einzige Weibchen im Stock, das Eier legen kann. Sie ist mit etwa 20 mm20 \text{ mm} die größte Biene und hat einen sehr langen Hinterleib. Ihre einzige Aufgabe ist es, für Nachwuchs zu sorgen. Sie entsteht, wenn die Arbeiterinnen eine normale weibliche Larve ausschließlich mit einem besonderen, extrem nährstoffreichen Futtersaft füttern: dem Gelée royale.

2. Die Arbeiterin (Das fleißige Team) Fast alle Bienen im Stock sind Arbeiterinnen. Sie sind mit 14 mm14 \text{ mm} die kleinsten Bienen und unfruchtbare Weibchen (sie können keine Eier legen). Sie erledigen absolut alle Arbeiten: Sie putzen den Stock, füttern die Larven, bauen Waben und sammeln Nektar. Im anstrengenden Sommer leben sie nur etwa sechs Wochen.

3. Der Drohn (Das Männchen) Die Drohnen sind die männlichen Bienen. Sie sind etwa 18 mm18 \text{ mm} groß und fallen sofort durch ihre riesigen Komplexaugen auf. Sie haben eine sehr ungewöhnliche Herkunft: Sie schlüpfen aus Eiern, die nicht befruchtet wurden (sie haben also keinen Vater!). Ihre einzige Aufgabe im Leben ist es, sich mit einer neuen Königin zu paaren. Da sie sonst nicht im Stock mithelfen, werden sie im August von den Arbeiterinnen aus dem Stock geworfen, weil sie nur Futter verbrauchen würden.

Vergleich der drei Bienenwesen
Vergleich der drei Bienenwesen

Aufgabentyp 2: Das Bienenjahr: Vom Frühling bis zum Winter

Ein Bienenvolk durchlebt im Laufe eines Jahres spannende Veränderungen. Alles richtet sich nach den Jahreszeiten und dem Nahrungsangebot.

Februar und März: Das Volk wächst Sobald es etwas wärmer wird, beginnt die Königin, befruchtete Eier in die Wabenzellen zu legen. Die Arbeiterinnen füttern die schlüpfenden Larven. Das Volk wächst rasant an.

Mai: Das Schwärmen (Umzug und Vermehrung) Im Mai kann das Volk auf bis zu 60.00060.000 Bienen anwachsen. Es wird zu eng! Die Bienen beginnen, neue junge Königinnen heranzuziehen. Kurz bevor die erste neue Königin schlüpft, passiert etwas Spektakuläres: Die alte Königin verlässt mit etwa der Hälfte aller Bienen den Stock als riesige Wolke (ein Bienenschwarm). Sie fliegen davon, um ein neues Nest zu gründen. So vermehrt sich nicht nur eine einzelne Biene, sondern das ganze Volk!

Der Hochzeitsflug Zurück im alten Stock schlüpft die neue junge Königin. Sie tötet sofort alle anderen noch nicht geschlüpften Königinnen-Konkurrentinnen. Dann fliegt sie hoch in die Luft aus. Dort paart sie sich im Flug mit mehreren Drohnen. Danach kehrt sie in den Stock zurück und verlässt ihn nie wieder, sondern legt ab jetzt nur noch Eier.

September bis März: Die Überwinterung Im Herbst hört die Königin auf, Eier zu legen. Insekten sind eigentlich wechselwarm und würden im Winter erfrieren. Aber Honigbienen haben einen Trick: Sie rücken ganz eng zu einer Kugel zusammen, der Wintertraube. Die Königin sitzt sicher und warm in der Mitte. Die Arbeiterinnen zittern stark mit ihrer Flugmuskulatur. Dadurch erzeugen sie Wärme! Um Energie für dieses Zittern zu haben, fressen sie den ganzen Winter über ihre gesammelten Honigvorräte.

Bienen in der Wintertraube
Bienen in der Wintertraube

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Imker entdeckt im Mai einen riesigen Bienenschwarm, der an einem Ast in seinem Garten hängt. Erkläre, warum die Bienen ihren alten Stock verlassen haben und welche Königin (die alte oder eine frisch geschlüpfte) sich in der Mitte dieses Schwarms befindet.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Den Grund für das Schwärmen erkennen

    Im Mai wächst das Bienenvolk extrem schnell an (auf bis zu 60.00060.000 Bienen). Wenn der Platz im Bienenstock zu eng wird, bereiten die Bienen die Aufzucht neuer Königinnen vor, um das Volk zu teilen.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Die Königin identifizieren

    Bevor die neue, junge Königin im alten Stock schlüpft, muss Platz gemacht werden. Deshalb verlässt die alte, bisherige Königin mit etwa der Hälfte der Arbeiterinnen das Nest.

Ergebnis:

Die Bienen haben den Stock verlassen, weil er zu voll geworden ist und sich das Volk durch Teilung vermehrt. In der Mitte des Schwarms am Ast befindet sich die alte Königin, die nun mit ihren Arbeiterinnen ein neues Zuhause sucht. Realitätscheck: Das macht biologisch Sinn, denn die alte Königin kann sofort im neuen Nest Eier legen, während die junge Königin im alten Stock erst noch ihren Hochzeitsflug machen muss.


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Quizfrage 1 zu Das Honigbienenvolk und der Jahreszyklus

In welche drei Abschnitte ist der Körperbau eines Insekts unterteilt?

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Welche Größe erreicht die Bienenkönigin im Vergleich zu den anderen Kasten?

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Wichtige Erkenntnisse

  • Königin: 20 mm20 \text{ mm} groß, legt Eier, wird als Larve mit Gelée royale gefüttert.
  • Arbeiterin: 14 mm14 \text{ mm} groß, erledigt alle Arbeiten im Stock, lebt im Sommer nur ca. 6 Wochen.
  • Drohn: 18 mm18 \text{ mm} groß, riesige Augen, schlüpft aus unbefruchteten Eiern, paart sich mit der Königin.
  • Schwärmen (Mai): Wenn der Stock zu voll ist, verlässt die alte Königin mit der Hälfte des Volkes das Nest, um ein neues zu gründen.
  • Überwinterung: Die Bienen bilden eine enge Wintertraube und erzeugen durch Muskelzittern Wärme, wofür sie ihre Honigvorräte fressen.

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Häufige Fragen

Was ist das Honigbienenvolk und der Jahreszyklus?

Ein Honigbienenvolk ist ein Superorganismus, der aus einer Königin, vielen Arbeiterinnen und Drohnen besteht. Der Jahreszyklus beschreibt die Entwicklung dieses Volkes im Laufe der Jahreszeiten: vom rasanten Wachstum im Frühling über das Schwärmen im Mai bis hin zur Überwinterung als wärmende Wintertraube.

Was sind die Aufgaben der drei Bienenwesen?

Die Königin ist für das Eierlegen und den Nachwuchs zuständig. Die Arbeiterinnen erledigen alle anfallenden Arbeiten wie Putzen, Füttern, Wabenbau und Nektarsammeln. Die männlichen Drohnen haben nur eine einzige Aufgabe: Sie paaren sich auf dem Hochzeitsflug mit einer neuen Königin.

Warum schwärmen Bienen im Mai?

Im Mai wächst das Volk oft auf bis zu 60.000 Bienen an, wodurch es im Stock zu eng wird. Um sich als ganzes Volk zu vermehren, zieht das Volk neue Königinnen heran. Kurz bevor die erste schlüpft, verlässt die alte Königin mit der Hälfte der Bienen den Stock als Bienenschwarm, um ein neues Nest zu gründen.

Wie überleben Honigbienen den kalten Winter?

Da Insekten wechselwarm sind, rücken die Bienen im Winter zu einer engen Kugel, der sogenannten Wintertraube, zusammen. Die Arbeiterinnen zittern stark mit ihrer Flugmuskulatur und erzeugen so Wärme, um die Königin in der Mitte zu schützen. Als Energiequelle fressen sie ihre gesammelten Honigvorräte.

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