Biogeografie und Kontinentaldrift einfach erklärt: Tierwelt

Warum leben Kängurus nur in Australien? Erfahre alles über Biogeografie, Kontinentaldrift und den Unterschied zwischen Beuteltieren und Plazentatieren.

📅 Aktualisiert 11. September 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Biogeografie und Kontinentaldrift einfach erklärt: Tierwelt

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Wenn man an Australien denkt, denkt man sofort an Kängurus und Koalas. Aber hast du dich jemals gefragt, warum es diese Tiere nur in Australien gibt und nirgendwo sonst auf der Welt? Warum gibt es in Europa oder Nordamerika keine wilden Kängurus?

Känguru in australischer Landschaft
Känguru in australischer Landschaft

Dieses Rätsel der Biogeografie beschäftigte Forscher lange Zeit. Die Antwort liegt nicht nur in der Biologie, sondern tief unter unseren Füßen in der Geschichte unserer Erde. In diesem Artikel werden wir herausfinden, wie die Bewegung von ganzen Kontinenten darüber entschieden hat, welche Tierarten wo auf der Welt überlebt haben.

Vorwissen

  • Säugetiere: Tiere, die lebende Junge zur Welt bringen und diese mit Muttermilch säugen. Beispiel: Hunde, Menschen und Kängurus sind alles Säugetiere.

  • Gemeinsame Stammart: In der Evolution stammen verschiedene Arten oft von einem gemeinsamen Vorfahren ab, aus dem sie sich über Millionen von Jahren unterschiedlich entwickelt haben. Beispiel: Alle heutigen Säugetiere stammen von einer kleinen, mausähnlichen Stammart ab, die zur Zeit der Dinosaurier lebte.

Aufgabentyp 1: Zwei Wege ins Leben - Beuteltiere und Plazentatiere

Fast alle Säugetiere auf der Welt lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, die sich vor allem in einer Sache stark unterscheiden: Wie ihre Babys geboren werden.

Die erste Gruppe sind die Beuteltiere (wie das Känguru). Bei ihnen kommen die Babys extrem früh und völlig unentwickelt auf die Welt. Ein neugeborenes Känguru ist blind, nackt und winzig klein! Es muss aus eigener Kraft in den Brutbeutel der Mutter krabbeln. Dort saugt es sich an einer Zitze fest, trinkt Milch und wächst über viele Monate sicher heran. Heute gibt es nur noch etwa 320 Arten von Beuteltieren.

Beuteltier Känguru mit Jungtier im Beutel
Beuteltier Känguru mit Jungtier im Beutel

Die zweite, viel größere Gruppe sind die Plazentatiere (zu denen auch wir Menschen, Hunde oder Pferde gehören). Hier wächst das Baby viel länger gut geschützt im Bauch der Mutter heran. Es wird über ein spezielles Organ, die Plazenta (Mutterkuchen), mit Nährstoffen versorgt. Wenn es geboren wird, ist es schon viel weiter entwickelt. Diese Strategie war so erfolgreich, dass es heute rund 6.000 Arten von Plazentatieren gibt!

Aufgabentyp 2: Kontinentalverschiebung und Australiens rettende Isolation

Warum gibt es nun fast alle Beuteltiere in Australien, während der Rest der Welt von Plazentatieren beherrscht wird? Die Antwort liefert die Kontinentalverschiebungstheorie. Diese besagt, dass die Kontinente nicht fest stehen, sondern wie riesige Eisschollen langsam auf dem flüssigen Erdinneren schwimmen.

Vor etwa 135 Millionen Jahren hingen alle Kontinente zu einem riesigen Superkontinent zusammen. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Beuteltiere in Asien und konnten problemlos über Land auf alle Kontinente wandern – auch auf die Erdplatte, die heute Australien ist.

Weltkarte mit Superkontinent und Kontinentaldrift
Weltkarte mit Superkontinent und Kontinentaldrift

Dann begannen die Kontinente auseinanderzubrechen. Australien trennte sich als einer der ersten Kontinente ab und driftete einsam ins Meer.

Erst viel später, vor etwa 60 Millionen Jahren, breiteten sich die Plazentatiere massiv aus. Weil sie durch die Plazenta-Entwicklung einen großen Überlebensvorteil hatten, verdrängten sie die Beuteltiere auf den anderen Kontinenten fast vollständig (ein Vorgang, den man Konkurrenzausschluss nennt).

Aber Australien war zu diesem Zeitpunkt bereits durch weite Ozeane vom Rest der Welt abgeschnitten! Die Plazentatiere konnten Australien nicht mehr erreichen. So wurde Australien zu einem riesigen Rettungsboot für die Beuteltiere. Ohne die starke Konkurrenz konnten sie überleben und den Kontinent erobern.

Wichtige Erkenntnisse

  • Beuteltiere bringen winzige, unentwickelte Junge zur Welt, die im Beutel heranwachsen.
  • Plazentatiere versorgen ihre Jungen lange im Mutterleib über die Plazenta, sodass sie weiter entwickelt geboren werden.
  • Vor 135 Millionen Jahren waren alle Kontinente verbunden, und Beuteltiere breiteten sich weltweit aus.
  • Australien trennte sich früh ab. Dadurch konnten die später entstandenen, sehr konkurrenzstarken Plazentatiere Australien nicht erreichen.
  • So überlebten die Beuteltiere in Australien, während sie auf anderen Kontinenten fast vollständig verdrängt wurden.

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Häufige Fragen

Was ist Biogeografie und Kontinentaldrift?

Biogeografie beschäftigt sich mit der Verbreitung von Lebewesen auf der Erde. Die Kontinentaldrift (oder Kontinentalverschiebung) ist die Bewegung der Erdplatten über Millionen von Jahren. Beide hängen eng zusammen: Weil Kontinente auseinandergebrochen und gedriftet sind, wurden Tierarten wie die Beuteltiere in Australien isoliert und konnten sich dort ungestört weiterentwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Beuteltieren und Plazentatieren?

Der Hauptunterschied liegt in der Entwicklung der Jungtiere. Beuteltiere wie das Känguru bringen ihre Babys sehr früh und unentwickelt zur Welt; sie wachsen im Brutbeutel heran. Plazentatiere (wie Menschen oder Hunde) versorgen ihren Nachwuchs viel länger im Mutterleib über die Plazenta, sodass die Babys bei der Geburt schon deutlich weiter entwickelt sind.

Warum gibt es Kängurus nur in Australien?

Kängurus sind Beuteltiere. Vor etwa 135 Millionen Jahren waren alle Kontinente verbunden und Beuteltiere breiteten sich weltweit aus. Australien trennte sich jedoch sehr früh ab und driftete ins Meer. Als später die konkurrenzstärkeren Plazentatiere entstanden, konnten sie das isolierte Australien nicht mehr erreichen. So überlebten die Kängurus dort ohne starke Konkurrenz.

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