Atmungsphysiologie: Modelle und Messungen einfach erklärt
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Wie finden Ärzte heraus, ob deine Lunge gesund ist, ohne dich aufzuschneiden? Und wie können wir verstehen, was in unserem Brustkorb passiert, wenn wir ihn gar nicht sehen können? In diesem Artikel zum Thema Atmungsphysiologie: Modelle und Messungen lernen wir, wie Wissenschaftler clevere Modelle nutzen, um die Atmung nachzubauen. Außerdem erfährst du, wie man mit einem speziellen Gerät misst, wie viel Luft du eigentlich einatmest, und wie man das berechnet.

Vorwissen
- Bauchatmung und Brustatmung: Das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln vergrößern den Brustraum, damit Luft einströmen kann. Beispiel: Wenn sich dein Zwerchfell anspannt und abflacht, wird Luft in die Lunge gesaugt.
- Pleurakohäsion: Die Lunge klebt durch einen feuchten Spalt am Brustkorb und folgt jeder seiner Bewegungen passiv. Beispiel: Wie zwei nasse Glasplatten, die man leicht verschieben, aber kaum voneinander abziehen kann.
Aufgabentyp 1: Struktur- und Funktionsmodelle der Atmung
In der Biologie nutzen wir Modelle der Atmungsphysiologie, um Dinge zu verstehen, die im Körper versteckt sind. Es gibt zwei Hauptarten von Modellen:
Ein Strukturmodell zeigt uns, wie etwas aussieht und wo es sich im Körper befindet. Ein gutes Beispiel ist ein Torso-Modell aus Plastik. Es zeigt genau, wo die Lunge und das Herz liegen, aber es bewegt sich nicht.
Ein Funktionsmodell zeigt uns, wie etwas funktioniert oder sich bewegt. Es sieht oft gar nicht aus wie das echte Organ!

Hier sind drei wichtige Funktionsmodelle für die Atmung:
- Die Dondersche Glocke: Eine Glasglocke mit einem Ballon darin. Sie zeigt, wie das Zwerchfell bei der Bauchatmung Luft in die Lunge saugt.
- Das Papp-Rippenmodell: Bewegliche Pappstreifen zeigen, wie sich die Rippen bei der Brustatmung heben und senken.
- Nasse Objektträger (Glasplatten): Zwei nasse Glasplatten, die aneinander haften. Sie zeigen die Pleurakohäsion – also wie die Lunge am Brustkorb „klebt“, ohne festgewachsen zu sein.
Die Dondersche Glocke in Aktion
Zweck: Um zu beobachten, wie die Bewegung des Zwerchfells die Lunge füllt.
Materialien: Eine Dondersche Glocke (ein unten offenes Glasgefäß, über dessen untere Öffnung eine flexible Gummimembran gespannt ist. Oben im Gefäß hängt ein Luftballon, der mit der Außenluft verbunden ist).

Beobachtung: Wenn die Membran nach unten gezogen wird, bläst sich der Ballon im Inneren sofort auf. Wenn die Membran losgelassen wird, fällt der Ballon wieder in sich zusammen.
Erklärung: Die Glasglocke stellt den luftdichten Brustkorb dar, der Ballon ist die Lunge und die Gummimembran ist das Zwerchfell. Wenn sich das Zwerchfell (Membran) nach unten bewegt, entsteht mehr Platz im Gefäß. Dadurch wird Luft von außen in die Lunge (Ballon) gesaugt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Ziehe die Gummimembran am Boden der Glasglocke langsam nach unten.
- Lasse die Gummimembran wieder los, sodass sie nach oben schnappt.
Aufgabentyp 2: Lungenvolumina und experimentelle Messungen
Ärzte nutzen ein Gerät namens Spirometer, um zu messen, wie gut deine Atmung funktioniert. Wenn du in das Röhrchen eines Spirometers pustest, misst es verschiedene Atemwerte (Lungenvolumina):
- Das Atemzugvolumen: Das ist die Menge an Luft, die du bei einem ganz normalen, entspannten Atemzug ein- und ausatmest (meistens etwa ein halber Liter).
- Die Vitalkapazität: Das ist die absolute Höchstmenge an Luft, die du nach einem extrem tiefen Einatmen wieder auspusten kannst. Stell dir vor, du pustest alle Kerzen auf einem riesigen Geburtstagskuchen aus!
- Das Atemzeitvolumen (oder Atemminutenvolumen): Das ist die gesamte Menge an Luft, die du in einer vollen Minute ein- und ausatmest.

Um das Atemzeitvolumen zu berechnen, müssen wir nur wissen, wie oft du pro Minute atmest (Atemfrequenz) und wie viel Luft bei jedem normalen Atemzug fließt (das Atemzugvolumen).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Nutze diesen Plan, um das Atemzeitvolumen zu berechnen:
- Lies aus der Aufgabe ab, wie viele Atemzüge die Person in einer Minute macht (Atemfrequenz).
- Lies ab, wie viel Liter Luft bei einem einzigen Atemzug fließen (Atemzugvolumen).
- Multipliziere beide Werte mit der Formel: . Das Ergebnis hat immer die Einheit (Liter pro Minute).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Anna sitzt entspannt auf dem Sofa. Ein Spirometer misst, dass ihr Atemzugvolumen genau beträgt. Sie atmet -mal in einer Minute. Berechne ihr Atemzeitvolumen.

- Schritt 1Finde die Atemfrequenz
Anna macht Atemzüge pro Minute.
- Schritt 2Finde das Atemzugvolumen
Ihr Atemzugvolumen beträgt .
- Schritt 3 · ErgebnisMultipliziere beide Werte
Annas Atemzeitvolumen beträgt . Ein Wert zwischen und ist für einen Menschen im Ruhezustand völlig normal und biologisch sinnvoll.
Quiz zu Atmungsphysiologie: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Atmungsphysiologie und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Atmungsphysiologie
Welches der folgenden Modelle wird als Strukturmodell bezeichnet?
Quizfrage 2 zu Atmungsphysiologie
Nur mit AccountWelchen Teil des Körpers stellt der Ballon in der Donderschen Glocke dar?
Übungsaufgabe zu Atmungsphysiologie
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Strukturmodelle zeigen den Aufbau (z. B. Torso), Funktionsmodelle zeigen die Bewegung (z. B. Dondersche Glocke).
- Das Atemzugvolumen ist die Luftmenge eines normalen Atemzugs.
- Die Vitalkapazität ist die maximal ausatembare Luftmenge.
- Das Atemzeitvolumen berechnet sich aus: .
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Häufige Fragen
Was ist die Atmungsphysiologie und was misst sie?
Die Atmungsphysiologie beschäftigt sich mit der Funktion der Atmungsorgane. Sie untersucht, wie Sauerstoff in den Körper gelangt und Kohlendioxid abgeatmet wird. Dabei nutzt man Modelle wie die Dondersche Glocke, um die Mechanik zu verstehen, und Messgeräte wie das Spirometer, um Lungenvolumina zu bestimmen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Strukturmodell und einem Funktionsmodell?
Ein Strukturmodell zeigt den anatomischen Aufbau und die Lage von Organen, wie zum Beispiel ein Torso-Modell aus Plastik. Ein Funktionsmodell hingegen veranschaulicht, wie etwas funktioniert oder sich bewegt, auch wenn es optisch nicht wie das echte Organ aussieht. Ein Beispiel dafür ist die Dondersche Glocke.
Wie berechnet man das Atemzeitvolumen?
Das Atemzeitvolumen (auch Atemminutenvolumen) ist die gesamte Menge an Luft, die du in einer Minute ein- und ausatmest. Du berechnest es, indem du die Atemfrequenz (Atemzüge pro Minute) mit dem Atemzugvolumen (Luftmenge pro Atemzug) multiplizierst. Das Ergebnis wird in Litern pro Minute (l/min) angegeben.
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